27.05.2002

DIE DIREKTIVE

Bildquelle: ORF.at

Deadline für den Datenschutz

In der Nacht auf heute hat die Unterzeichnerzahl die Marke von 10.000 User/inne/n überschritten, die gegen eine de facto Aufhebung der EU-Datenschutzdirektive im Netz abgegeben wurden.

Ein besonder großer Schub von Unterzeichnern kommt, seitdem eine Aussendung des EU-Abgeordneten Marco Cappato [Radikale Partei, Italien] die Runde auf den internationalen Mailinglists macht.

Vorbilder Frankreich und England

Verantwortlich für diese glatte Negation des Bürgerrechtsausschusses sei ausgerechnet dessen Vorsitzende, Ana Palacio Vallelersundi [Konservative Spanien], die im Auftrag ihrer Regierung handle. Diese wolle vor dem nahenden Ende der spanischen EU-Präsidentschaft möglichst viele Gesetze abzuschließen, um eine Erfolgsbilanz zu präsentieren.

Während die Kommission die Datenschutz-Richtlinie de facto außer Kraft setzen will, tritt der Cappatto-Vorschlag für die Beibehaltung der bestehenden Direktive ein.

Die Zusätze der goßen Koalition aus Sozialdemokraten und Konservativen beinhalten unter anderem die legale Verankerung von Zwangs-Datenspeicherung in nationalen Legislaturen, nach britischem und französischen Vorbild. Beide Länder haben im Zug der "Terrorbekämpfung" nationale Gesetze zur Speicherung aller Verbindungsdaten für ein Jahr erlassen.