
Schweiß und Tränen beim RoboCupJunior
Bei der Junior-Qualifikation für die Roboter-WM in Graz sind dieses Wochenende in Wien Schweiß und Tränen geflossen - Letztere allerdings vor Freude. Bei Teilnehmern und Zuschauern war die Begeisterung gleichermaßen groß. Für die Veranstalter haben die Teams bei ihren Fähigkeiten einen "großen Schritt nach vorne" gemacht.
An der FH Technikum Wien wurden am Samstag und Sonntag im Rahmen der RoboCupJunior Austrian Open 2009 nicht nur die österreichischen Junior-Meister in der Robotik ermittelt, sondern auch die 30 Teams, die für Österreich an der Weltmeisterschaft RoboCup in Graz teilnehmen werden.
Das Team der kooperativen Mittelschule Hainburger Straße im dritten Wiener Gemeindebezirk belegte den dritten Platz in der Liga Dance Primary und konnte sich mit seiner Vorstellung auch für Graz qualifizieren. Zusätzlich erhielten die Teammitglieder für ihre Leistung mit je einem Lego-Mindstorm-Roboter einen Sonderpreis. "Wahnsinn, wir in Graz", war die Reaktion ihres Lehrers Karl Rieder, und auch die Mädchen konnten es zuerst gar nicht fassen. Es dauerte ein wenig, bis ihnen die Freude anzusehen war - dann aber richtig.
Kein Glück für Zeltweg
Weniger Glück hatten die sechs Teams der HTL Zeltweg, sie kamen nicht unter die Top Drei und konnten sich auch nicht für Graz qualifizieren. Ihre Roboter kamen trotz Nachjustierung und einiger Neustarts nicht mit dem Wettbewerbsparcours zurecht. Etwas enttäuscht zogen die Schüler von dannen, einige wollen aber nächstes Jahr wieder dabei sein - obowohl sie dafür ihre Freizeit investieren müssten, denn der Robotik-Unterricht an ihrer Schule endet für sie mit diesem Jahr. "Nächstes Jahr machen wir es besser", gaben sich die Schüler kampfeslustig.
Auch dieser Roboter eines anderen Teams konnte das Hindernis nicht wie geplant umfahren, sondern blieb kurzfristig daran hängen.
Basteln, bis der Bot quietscht
Bei den anderen Teams wurde ebenfalls bis zum Schluss geschraubt und gebastelt, die Räume wurden zu Werkstätten umfunktioniert, an denen so mancher Bastler seine Freude gehabt hätte.
Tanz den "Moonwalk"
Die Teilnehmer haben sich durchwegs große Mühe mit ihren Robotern gemacht - besonders hervorgestochen hat das Team "Jackson 5" der HTL Weiz, das eine rund zwei Meter lange Bühne im Kleinformat samt Publikum und Diskokugel mitbrachte.
Um den Teams die Teilnahme in Graz finanziell zu erleichtern, sponsert das Kompetenz-Netzwerk Softnet Austria, eine private Forschungsgemeinschaft, jedes Team mit 600 Euro. Damit können sich pro Team ein Lehrer und vier Schüler beim RoboCup registrieren.
Ihr Roboter schlug Purzelbäume, konnte sich alleine aufrichten und sogar den "Moonwalk" tanzen. Damit erreichten sie in der Liga Dance Secondary den ersten Platz und werden ebenfalls an der WM in Graz teilnehmen. Das ganze Projekt ist übrigens in einem Freifach entstanden, Noten gibt es dafür nicht.
Viele basteln in der Freizeit
Diese Roboter wurden ebenfalls nicht im Unterricht gebaut, sondern in der Freizeit beziehungsweise im Freifach "Hardware und Elektronik". Die Schüler der achten Klasse des BRG Keplerstraße in Graz hatten bereits letztes Jahr am RoboCup teilgenommen und können laut eigenen Angaben von ihrem damals erworbenen Wissensstand zehren - sonst ginge sich das neben der Matura wohl nicht aus. Auch sie konnten sich mit zwei Teams für Graz qualifizieren und wurden wie alle anderen Erstplatzierten Staatsmeister.
Im Laufe des Sonntags ließen vor allem bei den jüngeren Teilnehmern schon etwas die Kräfte nach.
Lautstarke Unterstützung durch die Fans
Zur Siegerehrung waren aber alle wieder wach - auch das Publikum, das seine Favoriten und Freunde während des ganze Bewerbs lautstark unterstützte und schließlich feierte. Auch die Sieger und Qualifikanten für die Roboter-Weltmeisterschaft konnten sich nach einer ersten Schrecksekunde über ihren Erfolg sichtlich freuen.
Die gesamten Ergebnisse sind ab Montag auf der Website des RoboCupJunior abrufbar.
Für die Veranstalter, Alexander Hofmann von der FH Technikum Wien und Gerald Steinbauer von der TU Graz, war der heurige RoboCupJunior ein Erfolg: "Die Qualität der Teams ist viel besser. Heuer war es echtes Fußballspielen - sie haben einen großen Schritt nach vorne gemacht", meinte etwa Steinbauer. Auch die Rescue-Roboter seien um einiges besser gewesen: "Wir haben die Kinder näher an Technik und Naturwissenschaften herangeführt - das ist der größte Erfolg."
(futurezone/Nadja Igler)