
Gemischte Zwischenbilanz für RoboCup-Teams
Bisher haben sich die heimischen Teams beim RoboCup in Graz gut geschlagen, auch wenn für einige bereits Schluss ist: Die "Meta-Mechanics" der TU Wien und die "Austrian Cubes" sind ausgeschieden, während sich die Nao-Bots der "Austrian Kangaroos" und "ZaDeAt" über das Penaltyschießen für die nächste Runde qualifizieren konnten.
Am vierten Tag des RoboCups in Graz zeigten die Teilnehmer schon deutliche Ermüdungserscheinungen: "Na, jetzt müssen wir weiterarbeiten", war der Kommentar mancher heimischer Teammitglieder, als sie von ihrer Qualifikation für die nächste Runde erfuhren.
Natürlich siegte gleich darauf die Freude über den erzielten Erfolg, doch die meisten arbeiten nicht erst seit Montag an ihren Robotern, sondern hatten schon davor viel Zeit und Kraft investiert - wenn auch wahrscheinlich nicht so intensiv wie derzeit.
"Austrian Cubes" sind draußen
Für die "Austrian Cubes" der FH Technikum Wien und der TU Graz war die Niederlage trotz allem auch ein Erfolg: Nachdem die Roboter erst Montag letzter Woche fertig wurden, hatten die "Austrian Cubes" nur einige Tage, um die Hard- und die Software vor dem RoboCup zu testen.
Dienstagabend gab es noch lange Gesichter, da sich die Roboter zu dem Zeitpunkt gar nicht bewegten. Das Team gab trotzdem nicht auf und brachte die Roboter zum Laufen, es reichte allerdings nicht, um im Bewerb weiterzukommen. Trotz eines weiteren Gruppenspiels am Freitag stand bereits Donnerstagnachmittag fest, dass die "Austrian Cubes" ausgeschieden sind.
"ZaDeAt" gewann durch Münzwurf
Mehr Glück hatte das Team "ZaDeAt" mit seinen Nao-Robotern. Sie mussten nach mehreren glücklosen Spielen im Elfmeterschießen gegen "Konkretes" aus Griechenland antreten, die "ZaDeAt"-Naos verloren allerdings beim Torschuss immer das Gleichgewicht und fielen um. Die gegnerischen Roboter waren dafür meist zu langsam und trafen in der vorgegebenen Zeit den Ball nicht. Am Ende wurde mit dem Wurf einer Münze entschieden, dass "ZaDeAt" doch weiterkommt - "ein bisserl frustrierend", meinte ein Teamitglied dazu.
Parallel dazu mussten auch die Nao-Roboter der "Austrian Kangaroos" im Elfmeterschießen antreten. Sie schafften es nicht nur, dreimal den Ball zu treffen, sondern ihn dabei auch im Tor zu versenken. Sie schafften ebenfalls den Einzug in die nächste Runde. Beide Teams müssen am Freitag erneut antreten, um sich für die Finalrunden zu qualifizieren.
Stimmung bei der Simulation League
Richtig heiß her ging es am Donnerstagnachmittag bei den Spielen der "KickOffTUG" in der Simulation League. Nachdem sie im ersten Spiel nach einem Stangenschuss einen Treffer und damit eine Niederlage kassieren mussten, konnten sie im zweiten Spiel gegen "HfutEngine2D" aus China unter lautem Beifall der Zuschauer zwei Tore erzielen. Das dritte Spiel gegen den Weltmeister "Brainstormers09" endete zwar mit einer erneuten Niederlage, es reichte aber für den dritten Gruppenplatz und den Aufstieg ins Achtelfinale.
In der Rescue League dauern die Bewerbe noch an, hier wird erst am Freitag feststehen, ob die "NP.Solvers" der FH Technikum Wien und das "Robo-Rescue-Team" der FH Wels den Aufstieg schaffen.
Enttäuschte Gesichter gab es bei den "Meta-Mechanics" der TU Wien: Ihr Serviceroboter erzielte bei den Bewerben "Who is Who", "Open Challenge" und "Open a door" nicht genügend Punkte und konnte sich mit dem zwölften Platz nicht für die nächste Runde qualifizieren. "FLEA" dagegen landete auf Platz sechs und muss sich am Freitag neuen Aufgaben stellen. Für beide Teams ist das Erzielte laut eigenen Aussagen bereits erachtlich, auch wenn bei "Meta-Mechanics" der Frust ein wenig überwog.
"HWM" lernte neue Funktionen
Der humanoide Roboter der FH Kärnten in Villach wird zwar am Freitag die Technical Challenges mangels ausreichender Fähigkeiten auslassen, für das Viertelfinale am Samstag konnte sich "HWM" aber qualifizieren. Allerdings traten in seiner Klasse nur insgesamt sechs Roboter an. Trotzdem zeigte sich das Team zufrieden, hat doch der Roboter einen Genickbruch überstanden und kann zum großen Stolz seiner Entwickler seit Anfang der Woche rückwärts gehen.
"Mostly Harmless" kämpft mit der Hardware
"HDW" hatte wie auch das Team "Mostly Harmless" der TU Graz, das in der Middle Size Liga antritt, mit Hardware-Problemen zu kämpfen. Bei "Mostly Harmless" fiel allerdings ein ganzer Roboter wegen eines Hardware-Defekts aus, daher trat das Team nur mit drei Robotern gegen fünfköpfige Gegnerteams an. Der vierte Roboter soll trotz eines defekten Rads für die entscheidenden Spiele am Freitag erneut aufs Feld geschickt werden, um so zumindest ein wenig Ausgeglichenheit zu schaffen.
"Brandheiße" Spiele
Am Mittwoch musste "Mostly Harmless", auch aufgrund weiterer Hardware-Probleme, zwei Niederlagen einstecken, am Donnerstag wegen eines defekten Tormanns eine weitere, das vierte Spiel aber gewann das Team mit 6:0.
Knapp vor dem ersten Spiel von "Mostly Harmless" Mittwochmittag sorgte noch ein heißgelaufener Akku für ein paar heiße Minuten. Der kleine Brand konnte von den anwesenden Spielern und Organisatoren aber rechtzeitig bekämpft werden.
Nach kurzer Aufregung wendeten sich aber alle wieder dem zu, weswegen sie eigentlich hergekommen sind: auf dem Spielfeld dem Gegner ein wenig Feuer unterm Hintern machen.
(futurezone/Nadja Igler)