
Heiße Phase für heimische Teams
Die Austrian Kangaroos haben sich beim RoboCup in Graz in einem spannenden Spiel an die Spitze ihrer Gruppe hochgekämpft und spielen mit ihren Nao-Bots am Samstag im Viertelfinale. Auch das Team Mostly Harmless hat grundsätzlich noch Chancen auf einen Aufstieg. Der Rest der heimischen Teams schlug sich ebenfalls tapfer.
RoboCup im TV:
Am Samstag um 18:35 Uhr in der Sendung "Newton" in ORF1.
Sie haben zu Beginn der Weltmeisterschaft nicht wirklich dran geglaubt und stehen nun doch im Viertelfinale der Standard Platform League bei der Roboterweltmeisterschaft RoboCup in Graz: Mit einem 1:0 gegen das Team CMWrEagle der Carnegie-Mellon-Universität schafften die Austrian Kangaroos der TU Wien und der FH Technikum Wien am Freitag als Gruppensieger den Einzug ins Viertelfinale.
Das Siegestor fiel in der ersten Halbzeit, der Spieler der Austrian Kangaroos konnte ohne Behinderung durch die ständig mit Ausfällen kämpfenden CMWrEagle-Spieler den Ball ins kurze Eck spielen. CMWrEagle schaffte zwar ebenfalls einen Schuss aufs Tor, er prallte allerdings vom rechten Pfosten ab.
In der zweiten Halbzeit ging ein weiterer Torschuss von den Austrian Kangaroos knapp am Tor vorbei, während CMWrEagle, an der auch RoboCup-Präsidentin Manuela Veloso beteiligt ist, einen perfekt vorgelegten Ball in der Spielzeit nicht mehr nutzen konnte.
Davor hatten die Austrian Kangaroos mit 1:0 bereits ein Spiel gegen das Team Cerberus aus der Türkei gewonnen sowie ein 0:0 gegen Les 3 Mousquetaires aus Frankreich erzielt. "Es ist unglaublich, dass wir es als Außenseiter so weit geschafft haben", so das Team. Am Samstag spielen die Austrian Kangaroos um 17.00 Uhr gegen Austin Villa aus Texas.
Auch das Team Mostly Harmless der TU Graz, das in der Middle Size League antritt, konnte sich am Freitag im Bewerb im wahrsten Sinne des Wortes vorankämpfen. Mit nur drei Spielern schafften sie gegen das Team ISePorto aus Portugal trotzdem ein 2:0 und damit den zweiten Sieg bei einer Weltmeisterschaft.
Im letzten Spiel dieser Gruppe gegen den amtierenden Weltmeister CAMBADA, ebenfalls aus Portugal, erhielten sie zwar 14 Tore, doch das Gesamtergebnis reichte für den Aufstieg in die nächste Vorrunde.
In der laufenden Vorrunde wurden zwei Spiele absolviert, zwei weitere folgen am Samstag (11.00 Uhr gegen das Team "Water" aus China und um 13.00 Uhr gegen "MRL" aus dem Iran).
Dort trafen sie im ersten Spiel auf den amtierenden Europa-Meister und Vize-Weltmeister "Tech United Eindhoven" aus den Niederlangen und zwar mit mittlerweile vier Robotern. Die defekte Hardware des vierten Bots wurde mit einem frisch aufgeschnallten Notebook umgangen, sein nicht funktionierendes Rad schien ihn nicht weiter zu behindern.
Allerdings wurde in diesem Spiel der Goalie von "Mostly Harmless" k.o. geschossen: Beim Abfangen eines Balls wurde der Goalie ziemlich heftig am Kopf getroffen, woraufhin sich die Aufhängung der Kamera verzog und die Lokalisierung nicht mehr stimmte. Bei der Mehrzahl der in Summe sieben Tore für "Tech United" stand er meist unbeteiligt und damit nicht verteidigend im Tor. Gegentor fiel keines, das Ziel ein Ergebnis "unter zehn" Treffer wurde dafür voll erfüllt.
Im nächsten Gruppenspiel zeigte der Goalie nach einer Neukalibrierung der Kamera eine sehr gute Leistung und konnte auch einige Bälle abfangen, gegen das Team "Carpe Noctem" reichte es leider trotzdem nur für ein 3:0.
Für die anderen heimischen Teams ging es leider nicht so gut aus: "ZaDeAt" musste sich nicht nur wegen defekter Hardware - nur noch drei Roboter funktionierten und das nur teilweise - in den Gruppenspielen geschlagen geben, schaffte es aber immerhin in die zweite Runde. "KickOffTUG" spielt nun um die Plätze neun bis zwölf.
(futurezone/Nadja Igler)