
Schlusspfiff beim RoboCup
Am Sonntag wurden bei der Roboterweltmeisterschaft RoboCup in Graz die letzten Halbfinal- und Finalspiele ausgetragen. Der österreichische Serviceroboter FLEA belegte Platz fünf, die Humanoid Walking Machine (HWM) der FH Villach erreichte wegen Materialermüdung Platz vier. Die heimischen Juniors gewannen als SuperTeam-Paarungen Preise.
"Unsere mechanische Struktur hat den Geist aufgegeben, aber immerhin sind wir die Viertbesten der Welt", trösteten sich die Studenten und HWM-Entwickler der FH Villach über die mangelnde Standfestigkeit ihres Roboters im Halbfinale der Humanoid League Teen Size.
HWM schaffte es am Ende des Turniers leider nicht mehr, sich umzudrehen, den Ball zu holen und ein Tor zu schießen - da unter anderem ein Antriebsriemen rutschte, kam er bei jedem Schritt ins Taumeln und musste aufgefangen werden. Schließlich musste er sich mit 0:2 gegen Tsinghua Hephaestus geschlagen geben. Das Finale entschied schließlich NimbRo gegen CIT Brain mit 2:0. In der Kid Size League fegten die Darmstadt Dribblers das Team FUmanoid mit 11:1 vom Platz.
FLEA belegt Platz fünf
FLEA konnte sich mit seiner Multitasking-Präsentation in einem typischen Haushaltsszenario gegen die starke Konkurrenz auch nicht durchsetzen und blieb auf dem fünften Platz. Angesichts der kurzen Entwicklungszeit von rund einem Jahr ein respektables Ergebnis. Den ersten Platz belegte b-it-bots aus Bonn, gefolgt von eR@sers aus Japan und dem neu eingestiegenen Team NimbRo. NimbRo bekam für die Fähigkeit des Roboters, die Schultern heben und senken zu können, auch einen Innovation-Award.
In der Middle Size League wurde das Finale zwischen dem niederländischen Team Tech United Eindhoven und RFC Stuttgart ausgetragen. In einem sehr schnellen und auch körperbetonten Spiel erzielte RFC Stuttgart dank besserem Ballhandling vier Tore und konnte damit den Weltmeistertitel nach Hause nehmen, Eindhoven musste sich mit nur einem geschossenen Tor geschlagen geben. Cambada landete auf Platz drei, MRL auf Platz vier.
Das Finale der Small Size League konnte das Team Skuba mit 11:1 gegen die RoboDragons für sich entscheiden und hat laut Veranstaltern auch neue Standards in der Liga gesetzt. Mit zehn geschossenen Toren und keinem Gegentor gewann PlasmaZ das Spiel um den dritten Platz gegen Odens.
B-Humans sind Nao-Weltmeister
In der Standard Plattform League (SPL) wurde das Finale zwischen den erwartet starken B-Humans aus Deutschland und den Northern Bites aus den USA ausgetragen. Die Northern Bites hatten eine gut stehende Verteidigung, so dass die B-Humans nicht wie gewohnt ihre ausgeklügelten Spielzüge durchziehen konnten. Dennoch schafften die B-Humans ein 5:0 - wobei ein Tor auf das Konto des Devil-Tormanns geht, der über einen abgefangenen Torschuss stolperte und den Ball dabei ins eigene Tor schupfte.
Der dritte Platz ging an die Nao Devils aus Dortmund, die sich davor nach Einstand im Elfmeterschießen wegen eines sieben Sekunden schneller geschossenen Entscheidungstors den Northern Bites 3:2 geschlagen geben mussten.
Alle weiteren Ergebnisse sind auf der offiziellen Website des RoboCups zu finden.
In der Simulation League kam das doppelte K.-o.-System zum Einsatz: Das erste Spiel zwischen Helios und WrightEagle ging 4:1 aus, im zweiten Match konnte sich WrightEagle mit 2:1 dann aber doch noch durchsetzen und ist nun 2-D-Weltmeister.
In der Rescue League waren Pelican United aus Japan sehr stark, genauso wie CASualty, und konnten wie auch iRAP_Pro je einen Titel nach Hause tragen.
Pokale für heimische Junior-Teams
In den Junior-Ligen gab es insgesamt fünf Pokale für heimische Teams: Die Jackson 5 der HTBLA Weiz erhielten gemeinsam mit den Rollbots aus Portugal als SuperTeam JacksonBots einen Pokal und wurden auch für die beste Präsentation in der Secondary Dance League ausgezeichnet.
Die RoboStars gewannen den Special Award Novice Team. Ländle Power aus Vorarlberg erhielt für seine Performance als SuperTeam Make Love Not War gemeinsam mit A walk with my dog Platz eins und Samurai vs Pirates ebenfalls einen Pokal in der Dance Primary League.
Das Team Schrott-Bot A des BRG Kepler gewann mit Meister und The Rockys Senior Platz drei in der Soccer A Secondary League, in der Secondary Rescue League konnte das Team Flatbot vom BRG Petersgasse als SuperTeam mit den RoboKillers Platz zwei belegen.
(futurezone/Nadja Igler)