NASA

Neues Leben für Spirit und Opportunity

31.12.2006

Drei Jahre nach ihrer Landung erhalten die beiden Mars-Rover Spirit und Opportunity mit einem Software-Upgrade mehr Autonomie. Trotz leichter Beschädigung arbeiten beide Roboter immer noch fleißig auf dem Roten Planeten.

Eigentlich hatte die US-Weltraumbehörde NASA damit gerechnet, dass die beiden Roboterfahrzeuge die harten Klimabedingungen auf dem Mars nicht allzu lange überleben, doch Spirit und Opportunity erfreuen sich zumindest teilweise bester Gesundheit. Spirit kann zwar eines seiner sechs Räder nicht mehr nutzen, sich aber dennoch fortbewegen.

Neue Funktionen für die Zukunft

Beiden Rovern wurde nun ein Software-Update mit neuen Funktionen aufgespielt, die die NASA für zukünftige Weltraummissionen testen will.

Die Roboterfahrzeuge sollen nun selbstständig erkennen können, welche Bilder von der Mars-Oberfläche wert sind an die Erde geschickt zu werden. Damit soll den Wissenschaftlern die Ausarbeitung der Bilderflut erleichtert werden.

Mit der neuen Software sollen die Rover auch die Windhosen, Staubwirbel und -wolken selbstständig erkennen können. Dazu werden unter anderem die Veränderungen zwischen den einzelnen Aufnahmen ausgewertet.

Selbstportrait von Spirit

Spirit landete am 3. Jänner 2004 auf dem Mars, der Zwillings-Rober Opportunity am 24. Jänner. Seitdem lieferten beide Rover nicht nur unzählige Bilder von der Oberfläche des Planeten, sie nahmen auch Gesteinsproben und analysierten diese.

Mehr Autonomie bei Gefahren

Mit "Visual Target Tracking" sollen die Rover zudem auch während ihrer Fahrt bestimmte Punkte in der Landschaft als solche auch aus einem anderen Blickwinkel wiedererkennen können, etwa einen Felsen.

Diese kann auch mit der dritten neuen Fähigkeit kombiniert werden: dem selbstständigen Erkennen, wo die Rover ihre Arme mit dem Messinstrumenten ohne Gefahr ausfahren können. Zusammen genommen heißt das dann "go and touch".

Bis dato kamen die Anweisungen, ob die Rover auf einem Platz auch ihre Messintrumente ausfahren können, immer von den Wissenschaftlern auf der Erde. Nun sollen die Rover Gefahren auch selbstständig besser ausweichen können.

Seit ihrem Start haben die Rover insgesamt vier Updates erhalten: Die erste schon beim Anflug auf den roten Planeten, zwei weitere nach ihrer Landung.

Erwartungen bei weitem übertroffen

Eigentlich hatte die NASA den Rovern aufgrund der extremen Wetterbedingungen zu Beginn "nur" 90 Marstage Überlebenschance eingeräumt, mittlerweile haben sie das zwölffache an Zeit hinter sich gebracht. Spirit hat dabei 6,9 Kilometer zurückgelegt, Opportunity 9,8 Kilometer.

Spirit beschäftigt sich derzeit mit Steinen rund um sein Winterquartier, in dem der Rover seine Sonnensegel eingefahren hat, um sie zu schützen. Opportunity untersucht gerade den "Victoria Krater", von dem sich die Wissenschaftler nähere Aufschlüsse über die Geschichte des Mars erhoffen.

Die größte Entdeckung der beiden Rover waren Beweise für ehemalige Wasservorkommen anhand von Gesteinen.