Musik-Streaming statt Filesharing

UMFRAGE
13.07.2009

Britische Teenager nutzen zunehmend Musik-Streaming-Angebote wie YouTube, Spotify und MySpace. Die Tauschbörsennutzung nimmt hingegen ab.

Der unautorisierte Tausch von Musik über Filesharing-Angebote ist in Großbritannien zuletzt zurückgegangen. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage des britischen Marktforschungsinstitutes The Leading Question hervor, die im Auftrag des Beratungsunternehmens Music Ally unter 1.000 britischen Musikfans durchgeführt wurde. Die Nutzung von Streaming-Diensten unter 14- bis 18-Jährigen habe hingegen stark zugenommen, hieß es in einer Aussendung des Unternehmens vom Montag.

Nutzung von Streaming-Diensten verdoppelt

Demnach hat sich in Großbritannien die Anzahl der Musikfans, die regelmäßig nicht lizenzierte Songs über Filesharing-Software tauschen zwischen Dezember 2007 und Jänner 2009 von 22 Prozent auf 17 Prozent verringert. Unter den 14- bis 18-Jährigen wurde sogar ein Rückgang von 42 Prozent auf 26 Prozent verzeichnet.

Im Vergleich dazu hat sich der Anteil der britischen Teenager, die Musik-Streaming-Dienste wie MySpace oder YouTube regelmäßig nutzen, im selben Zeitraum von 31 Prozent auf 65 Prozent mehr als verdoppelt.

Daneben haben aber auch andere Möglichkeiten des Tauschens von Musik, etwa über Bluetooth oder das Rippen von CDs von Freunden zugenommen. Auch die Anzahl der Leute, die angaben, bereits nicht lizenzierte Musik aus Online-Tauschbörsen heruntergeladen zu haben, ist zwischen Dezember 2007 und Jänner 2009 leicht von 28 Prozent auf 31 Prozent gestiegen.

Singles: Musikshops vor Tauschbörsen

Beim Download von Singles haben kostenpflichtige Angebote laut Music Ally unautorisierte Downloads überholt. 19 Prozent der Befragten gaben an, regelmäßig Singles aus Online-Musikshops herunterzuladen. Lediglich 17 Prozent sagten, sie würden mehr als einmal im Monat Tauschbörsen dazu nutzen.

Beim regelmäßigen Album-Download überwiegen hingegen mit 13 Prozent weiterhin nicht lizenzierte Downloads vor Kaufangeboten (zehn Prozent).

"YouTube bequemer"

Es sei für Kids bequemer neue Musik über YouTube zu finden als über Filesharing-Netzwerke, wird Music-Ally-Geschäftsführer Paul Brindley in der Aussendung zitiert. Der beste Weg, um gegen unautorisierte Musiktausch vorzugehen, sei die Schaffung attraktiver Dienste, so Tim Walker von The Leading Question.

Die britische Regierung hatte Mitte Juni in ihrem Bericht über das "Digitale Großbritannien" ("Digital Britain") schärfere Maßnahmen gegen den unautorisierten Tausch von Inhalten zur Diskussion gestellt. Vorgeschlagen wurden unter anderem Warnbriefe und die Drosselung der Bandbreite nach wiederholten Urheberrechtsverletzungen.

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