"Nur Synergien, Keine Auslagerung"
Die Unruhe um angedrohte und tatsächliche Werksschließungen des Siemens-Konzerns hält weiterhin an. Der scheidende CEO und kommende Aufsichtsratsvorsitze Heinrich von Pierer musste mit kräftigen Worten dementieren, was in der Branche kursiert.
Nämlich Gerüchte, Siemens wolle die renditeschwache Mobiltelefonsparte in ein Gemeinschaftsunternehmen auslagern. Dies bezeichnete von Pierer im Gespräch mit dem Magazin "Focus" als "wüste Spekulationen".
Einige Analysten erwarten einen solchen Schritt, nachdem Siemens vor wenigen Tagen erklärt hatte, die Festnetz- und Mobilfunk-Technik zusammen zu legen. Bei dieser Fusion gehe es "wirklich nur um Synergien", sagte von Pierer.
Aktionärsschützer hatten den geplanten Wechsel von Pierers an die Aufsichtsratsspitze kritisiert. Der designierte Nachfolger Klaus Kleinfeld müsse auch mal etwas falsch finden dürfen, was sein Vorgänger gemacht habe. Diese Freiheit werde aber mit einem Aufsichtsrats-Chef Pierer eingeschränkt, sagte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz [DSW] am vergangenen Donnerstag.
Kritik am FührungswechselVom Vorstand in den Aufsichtsrat
Vergangenen Mittwoch hatte von Pierer angekündigt, den Siemens- Chefposten bereits im Januar 2005 abzugeben, während dies erst für für 2006 erwartet worden war.
Dieser Überraschungs-Coup habe ihm "diebische Freude" bereitet, sagte von Pierer.
Viele Mitarbeiter seien "gefrustet", sagte die Gewerkschaft Metall. Mann hofft, dass der neue CEO Kleinfeld als Konzernchef "keine amerikanischen Management-Methoden" bei Siemens einführe. Kleinfeld hatte unter anderem das US-Geschäft von Siemens geleitet.