Kritik an Grenzwert für Handymasten
Die von der Wiener Stadtverwaltung angepeilten Strahlenwerte für Handymasten auf Bauten der Stadt Wien würden um ein Vielfaches überschritten, kritisiert der Umweltsprecher der Wiener Grünen, Rüdiger Maresch.
Der "Vorsorgewert" von zehn Milliwatt pro Quadratmeter [mW/m2] Strahlung sei offensichtlich "nur ein Schmäh" des zuständigen Wohnbaustadtrats Werner Faymann [SPÖ], um Bürgerproteste hintanzuhalten, so Maresch.
In ganz Österreich würde ein Grenzwert von 10.000 mW/m2 gelten, meinte dazu Thomas Faast vom Forum Mobilkommunikation, der Brancheninitiative der Mobilfunkbetreiber, der Mobilfunkindustrie und des Fachverbandes der Elektro- und Elektronikindustrie.
Noch sei wissenschaftlich nicht erwiesen, ob Mobilfunk schädlich für den menschlichen Organismus ist. "Es gibt Studien für beide Seiten", weshalb er sich noch auf keine schlagen wolle, so Maresch.

Mitspracherecht für Anrainer
Dieser sei von der Weltgesundheitsagentur [WHO] festgelegt worden. "Müssten wir den Wiener Wert einhalten, gäbe es kein flächendeckendes UMTS-Mobilnetz in Wien", so Faast. Der Wiener Wert von zehn mW/m2 sei mit den Betreibern nicht abgesprochen, sondern "aufoktroyiert" worden.
Maresch kritisierte, dass die Richtwertregelung nur für Masten gilt, die nach dem Jahr 2000 errichtet wurden. Außerdem beziehe sie sich weiter nur auf eine Einzelanlage, weshalb durch die addierte Belastung durch die Masten von mehreren Betreibern der Wert leicht überschritten werde.
Ihm sei wichtig, dass die Anrainerrechte gestärkt würden und diese ein Mitspracherecht bei der Auswahl von Standorten erhielten. Das impliziere zugleich auch, dass im Ernstfall Handymasten wieder abgebaut würden.