OLPC-Sicherheitschef zurückgetreten

Reorganisation
22.03.2008

"Neue Ziele der Organisation nicht meine"

Nach der Technikchefin Mary Lou Jepsen, die Anfang des Jahres zurückgetreten ist, hat nun auch der bisher für Sicherheitsarchitektur zuständige Ivan Krstic die gemeinnützige Organisation One Laptop per Child [OLPC] verlassen.

Als Grund nennt Krstic in seinem Weblog die seit Februar laufende Umstrukturierung von OLPC. "Ich kann mich nicht guten Gewissens den neuen Zielen und Strukturen der Organisation verschreiben und diese auch nicht mit meiner persönlichen Ethik in Einklang bringen", schreibt Krstic. Daher habe er vor drei Wochen seinen Posten bei OLPC aufgegeben.

Krstic sei unter anderem dazu aufgefordert worden, nicht mehr mit dem von ihm sehr geschätzten Walter Bender, bei OLPC zuständig für Software und Inhalte, zusammenzuarbeiten, sondern an einen Manager ohne technischen Hintergrund zu berichten, der nun für die OLPC-Technologie zuständig sei.

Er wünsche der Organsiation von Herzen alles Gute für die Zukunft und werde vor allem seine Kollegen sehr vermissen, erklärte Krstic.

"Beinahe wie eine Terrorgruppe"

In einem Anfang März publizierten Interview mit dem US-Wirtschaftsmagazin "BusinessWeek" hatte Nicholas Negroponte, Gründer und Chef von OLPC, angekündigt, sich aus der operativen Leitung des Projekts zurückziehen zu wollen.

OLPC habe "beinahe wie eine Terrorgruppe" funktioniert, die in den vergangenen drei Jahren "beinahe unmögliche Taten vollbracht" habe. Nun, so der Gründer des berühmten Media Lab am MIT, sei es an der Zeit, die Initiative "eher wie Microsoft" zu führen.