Industrie reitet gegen EU-E-Schrottregelung
Für die europaweit geplante Entsorgung von Elektro-Altgeräten wird nach Einschätzung der deutschen Computer- und Telekommunikationsindustrie der Verbraucher zahlen müssen.
Die von den EU-Umweltministern beschlossene kostenlose Entsorgung für die Kunden basiere auf einer "Milchmädchenrechnung", sagte der Vorsitzende des Branchenverbandes BITKOM, Volker Jung.
Die EU-Umweltminister hatten sich in der vergangenen Woche darauf verständigt, dass Computer, Radios, Waschmaschinen und andere Elektro-Geräte in Zukunft kostenlos von den Herstellern entsorgt werden müssen. Ziel der Neuregelung ist es, die Elektroschrott-Berge abzubauen und umweltbelastende Materialien aus dem Hausmüll auszusortieren.

Änderung gefordert
"Die Kosten, ganz gleich ob für Produktion oder Entsorgung, trägt in der Marktwirtschaft letzten Endes immer der Verbraucher," sagte Jung und forderte deshalb Änderungen an der geplanten EU-Richtlinie.
Die Elektroschrott-Entsorgung dürfe nicht allein in die Verantwortung der Hersteller fallen. Gefragt seien vielmehr die Kommunen: Diese müssten Rücknahmesysteme "aufrecht erhalten und ausbauen".
Derzeit produziert nach Angaben der EU-Kommission jeder EU-Bürger im Duchschnitt mehr als 14 Kilo Elektroschrott pro Jahr. Dadurch fallen in der Union jährlich mehr als sechs Millionen Tonnen solcher Abfälle an. Bislang werden davon 90 Prozent verbrannt oder landen auf Müllkippen. Dank der neuen EU-Richtlinie soll die Recycling-Quote auf 50 bis 75 Prozent erhöht werden. Diese Quote soll spätestens 30 Monate nach Inkrafttreten der Richtlinie erreicht werden.