LBB-Datenklau: Anklage gegen Kurierfahrer
Weihnachtsstollen genascht und damit Datenskandal ausgelöst
Zwei naschhafte Kurierfahrer haben Ende vergangenen Jahres ein Päckchen mit einem Weihnachtsstollen vertauscht und damit einen Datenskandal in ganz Deutschland ausgelöst.
Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt gegen die 36 und 27 Jahre alten Männer Anklage wegen Diebstahls, Verletzung des Postgeheimnisses und Urkundenfälschung erhoben. Beide Männer seien geständig, sagte Staatsanwalt Jesco Kümmel am Freitag.
Die Kurierfahrer hatten vor Weihnachten das an die "Frankfurter Rundschau" gerichtete Paket mit dem Christstollen geöffnet. Zur Vertuschung ihres Diebstahls klebten sie dann das Etikett des Stollen-Pakets auf eine von sechs Sendungen, die für die Landesbank Berlin (LBB) bestimmt war. Die Daten von über 130.000 Kreditkartenbesitzern landeten daher bei der Zeitung. Die Männer hatten nach eigenen Angaben gedacht, es handle sich bei der Sendung um bedeutungslose Briefumschläge.
Debatte über Datenschutz
Das Auftauchen der LBB-Daten bei der "Frankfurter Rundschau" hatte die Debatte über Datenschutz bei privaten Unternehmen angeheizt. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hatte von einer neuen kriminellen Dimension gesprochen.
Ein Verhandlungstermin gegen die beiden Fahrer steht nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch nicht fest.
(dpa)