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Flexible Inhalte für "dumme" Geräte

perfekt stream
11.01.2010

Statt für jeden Hersteller einen eigens zugeschnittenen Datenstrom zu produzieren, will das Berliner Projekt Perfect Stream mit Unterstützung von MP3-Miterfinder Karlheinz Brandenburg einen einheitlichen Standard für Audio- und Video-Downloads bereitstellen. Inhalteanbieter können damit Handys, MP3-Player, Netbooks und Navigationsgeräte aller Hersteller aus der gleichen Quelle versorgen.

Brandenburg arbeitet an einem neuen Projekt, um mehr Geräte leichter ans Internet anbinden zu können. Er wolle "dumme Geräte" intelligent machen, sagte Brandenburg auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas.

Ziel sei, dass so gut wie jedes Gerät mit Internet-Anbindung problemlos Audio- und Videodateien aus dem Netz empfangen könne, so der Medientechnikprofessor.

Brandenburg war maßgeblich an der Entwicklung des MP3-Standards beteiligt, der inzwischen auf so gut wie allen Musikspielern genutzt wird.

"Vorliebe für verrückte Ideen"

Der Forscher, der an der Technischen Universität Ilmenau lehrt, vermarktet die Technologie über sein Start-up PerfectStream.

Als die Initiatoren auf ihn zugekommen seien, "klang das verrückt für mich", sagte Brandenburg. "Aber ich habe eine Vorliebe für verrückte Ideen, denn als wir mit MP3 begannen, schien das für jedermann ebenfalls verrückt."

Verschiedene Standards verkomplizieren Download

Perfect Stream gehe nun die Schwierigkeit an, dass viele verschiedene Geräte - wie Handys, Computer, digitale Bilderrahmen und Navigationssysteme - zwar alle theoretisch auf das Internet zugreifen könnten, aber unterschiedliche Standards verwendeten. Deshalb müssten die Internet-Inhalte auf jedes Gerät einzeln zugeschnitten werden.

All diese Geräte hätten quasi eine Mauer um sich, sagte Nikolas Samios von Perfect Stream. "Sie sprechen nicht miteinander."

Cloud Computing für flexible Inhalte

Perfect Stream soll das ändern, indem die Software erkennt, was für ein Gerät an das Internet angeschlossen ist. Ob Nokia-Handy, Samsung-Netbook oder Philips-Bilderrahmen, die Inhalte - Fotos, Filme, Musik - werden automatisch vor Ausstrahlung an das jeweilige Gerät angepasst.

Die Wiedergabegeräte müssten einzig fähig sein, Audio- und Videodaten wiederzugeben. Damit werde es dann sogar möglich, Billighandys als Musikspieler zu verwenden.

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(AFP)