Tschechiens Premier unter Spam-Verdacht
In Tschechien sorgten am Dienstag zehntausende mit dem Namen des Regierungschefs Vladimir Spidla gezeichnete E-Mails für Verwirrung. Die Empfänger wurden darin in seriöser Form zur Teilnahme an der bevorstehenden EU-Beitritts-Volksabstimmung [13. und 14. Juni] aufgefordert.
In den neutral geschriebenen und von der Adresse "Vladimir.Spidla@seznam.cz" abgesandten E-Mails wird keine Empfehlung gegeben, wie die Empfänger in dem Referendum stimmen sollen.
Spidla distanzierte sich von den E-Mails. "Der Premierminister hat keine derartigen E-Mails geschrieben. Er respektiert die Privatsphäre der Bürger", erklärte Regierungssprecherin Anna Starkova gegenüber dem Tschechischen Rundfunk.
Österreich: Neuer "Finanzminister"-Spam im UmlaufWidersprüchliche Angaben
Die umstrittenen E-Mails erhalten haben alle Besitzer von E-Mail-Adressen mit der Endung "@seznam.cz". Das "Portal" "Seznam" gehört in Tschechien zu den am häufigsten besuchten. Starkova erklärte, man werde eine Erläuterung und Entschuldigung fordern und eventuelle weitere Schritte erwägen.
Der Betreiber Internet-Portals "Seznam" widersprach den Angaben der Regierungssprecherin. Die Welle von E-Mails sei "Bestandteil der EU-Beitritts-Kampagne, die bei uns die Agentur, die das Regierungsamt vertritt, bestellt hat", sagte ein Sprecher von "Seznam".
