SMS-Preise als Politikum
Politiker mehrerer deutscher Parteien haben einer Zeitung zufolge die von T-Mobil geplante Erhöhung der Gebühren für SMS-Kurzmitteilungen kritisiert.
Der SPD- Politiker Klaus Barthel kündigte in einem Bericht der "Welt am Sonntag" an, bei einem Nachziehen der anderen Anbieter werde überprüft, ob ein Missbrauch von Marktmacht vorliege.
"Dann wäre nicht ausgeschlossen, auch den Mobilfunksektor einer Regulierung zu unterziehen, wie bislang das Festnetz", sagte er.
Hubert Hüppe [CDU] sagte, viele Eltern würden sich die Preiserhöhung nicht leisten können. Die Telekom müsse sich fragen, ob sie sich nicht ihren eigenen Markt abgrabe.
Das Nachrichtenmagazin "Focus" hatte berichtet, T-Mobil wolle ab Februar ihre SMS-Gebühren um 138 Prozent erhöhen. Die Preiserhöhung gelte für die Mobilfunkverträge der Typen "Telly Smile", "Telly Active" und "Telly Profi" und belaufe sich einheitlich auf 19 Cent. Neukunden wolle das Unternehmen bisherige "Telly"-Tarife mit günstigerem SMS-Versand nicht mehr anbieten. Der Mobilfunkanbieter Viag Interkom habe seine SMS-Gebühren für Geschäftskunden bereits erhöht. Erhöhungen für Privatkunden seien nicht mehr auszuschließen, sagte Viag- Interkom-Chef Rudolf Gröger dem Magazin.
66,9 Mio. telefonieren mit T-MobileSMS-Dealer
Die PDS-Parteivorsitzende Gabi Zimmer sagte dem Bericht zufolge: "Die Telekom versucht auf dem Rücken der Jugendlichen ihren Aktienkurs zu sanieren. Sie gebärdet sich wie ein Drogendealer, der seine Kunden erst anfüttert, um sie dann abzuzocken."
Der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Rainer Brüderle, sagte dem Blatt, er habe für die Erhöhung kein Verständnis. "Die Telekom muss wissen, dass sie im Mobilfunkbereich Wettbewerbe hat." Dies solle der Kunde nutzen.
Der Telekom-Sprecher Stephan Althoff sagte der Zeitung, die meisten jungen Menschen benutzten Pre-Paid-Karten. "Für die sinkt der Preis also sogar geringfügig." Zudem wolle die Telekom im Sommer günstigere Angebote für Kunden mit einer Vorliebe für SMS machen.
