22.01.2002

NUN DENN

Bildquelle: amazon

Amazon-Aktie plus 24 Prozent

Die Amazon-Aktie konnte gestern bis zum US-Börsenschluss um 24,02 Prozent zulegen. Die allgemein nach den Infineon-Ergebnissen gedrückte Stimmung konnte das aber nicht wesentlich verbessern.

Die wichtigsten IT-Werte schlossen mit der Ausnahme von Lucent [plus 3,74 Prozent] allesamt leicht im Minus, die Nasdaq verlor 2,48 Prozent.

Amazon hat im vierten Quartal - zum ersten Mal überhaupt - einen Nettogewinn von fünf Millionen USD [rund 5,65 Mio. Euro] erwirtschaftet und die wegen des Weihnachtsgeschäfts optimistischen Erwartungen übertroffen.

Amazon teilte mit, der Nettogewinn nach Kosten für Übernahmen, Aktienoptionen und Zinsen liege bei einem Cent je Aktie, nach einem Minus von 1,53 USD je Aktie und einem Nettoverlust von 545 Millionen USD im Vorjahreszeitraum.

Analysten hatten einhellig mit einem Verlust von sieben Cent pro Aktie gerechnet.

3,7 Milliarden gegen fünf Millionen

Der Gewinn von fünf Millionen USD ist allerdings vor dem Hintergrund einer achtjährigen Unternehmensgeschichte und einer viereinhalbjährigen Börsenkarriere zu betrachten.

Derzeit hat Amazon einen Börsenwert von 3,777 Milliarden USD, was deutlich macht, wie mühsam und langwierig der Aufbau des Online-Handels ist.

Das Unternehmen kämpft auch noch mit einem Schuldenberg von 2,2 Milliarden USD. Für das Geschäftsjahr 2002 rechnet Amazon mit einem Umsatzanstieg von mindestens zehn Prozent. Das operative Pro-forma-Ergebnis sollte bei rund 30 Millionen USD liegen.

Erklärung

Amazon erklärte den Gewinn mit dem starken Weihnachtsgeschäft und Kosteneinsparungen.

Der Umsatzanstieg sei auch durch kostenlose Zustellungen zu Stande gekommen, hieß es. Amazon hatte in den USA außerdem mit 14 Seiten umfassenden Beilagen in Sonntagszeitungen für sich geworben.