MP3s im McDonald's-Menü
Der Feldzug der Musikindustrie gegen kostenlose Online-Musikservices wie Morpheus oder KaZaA kommt immer mehr ins Stocken.
Die Versuche durch den Launch eigener, kostenpflichtiger Download-Services neue Kunden zu gewinnen zeigen wenig Erfolge, berichtet der "Media Guardian".
2001: Konstenloser Tausch von acht Milliarden Songs
Die Einnahmen aus den legalen Downloads brachten im vergangenen
Jahr nicht mehr als eine Mio. USD [1,15 Mio. Euro]. Gleichzeitig
wurden im Vorjahr mehr als acht Mrd. Musiktitel über kostenlose
Online-Services ausgetauscht. Es scheint daher notwendig, neue
Vertriebsformen, Produkte und Businessmodelle zu entwickeln.
Napster-Comeback mit Fallen"Digitale Revolution auf Piraten-Tauschbörsen"
Die US-Musikindustrie schätzt, dass "digitale Piraterie" im vergangenen Jahr fünf Prozent der CD-Verkäufe gekostet hat.
In diesem Jahr könnten es bis zu zehn Prozent werden. "Die digitale Revolution findet statt - aber derzeit nicht im legalen Bereich, wo Milliarden Dollar lukriert werden könnten. Stattdessen findet sie gratis durch Piraten-Tauschbörsen statt", zitiert der Guardian aus einer Studie des Beratungsunternehmens OC & C Strategy Consultants.
"Produkte, die der Konsument will"
Steven Sheiner von Vivendi Universal Net USA gibt der
Musikindustrie den Rat, die Konzentration auf Piraten-Tauschbörsen
zu vergessen. "Konzentriert euch nicht auf Sicherheit. Beschäftigt
euch mit der Entwicklung von Produkten, die der Konsument will, und
die anderen Probleme werden sich von selbst lösen", wird Sheiner von
der Washington Post zitiert.
Kopierschutz für tragbare MP3-PlayerHappy Meal mit Big Mac und MP3
Die meisten User von Tauschbörsen seien unzufrieden mit dem gebotenen Service. Er werde nur in Anspruch genommen, weil er kostenlos sei.
Als Möglichkeit nennt er den Verkauf von Musikfiles als Give-aways.
So könnte beispielsweise McDonalds auf seiner Homepage eine eigene Musikabteilung haben. Jedes Mal, wenn ein Kunde z.B. sein Menü in "Super Size? bestellt, bekommt er einen Code, der ihm den Download eines Musiktitels von der Homepage erlaubt.
Für "Kostenloses" zahlen
Nach den ersten Erfolgen im Verfahren gegen Napster glaubte die
Musikindustrie, dem illegalen Tauschen ein Ende gesetzt zu haben.
Doch dieses Verhalten konnte durch legale Musikservices nicht
eingedämmt werden. Die User weichen einfach auf eine andere Software
wie z.B. FastTrack aus. Sie wollen nicht für etwas zahlen, das sie
auch kostenlos haben können.
Der Wunschspeicher der Musikindustrie
