17.02.2002

THIS IS THE END

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Liberty-Deal vor dem Aus

Der milliardenschwere Einstieg von Liberty Media in deutschen Markt steht offenbar vor dem Scheitern.

Liberty erklärte in Englewood, die Pläne für den Erwerb der Telekom-Kabelnetze würden nicht modifiziert. Das Unternehmen sei davon überzeugt, dass die Vorschläge zur Übernahme sowie das geplante Geschäftsmodell den Wettbewerb auf den betroffenen Märkten verstärken würden.

Liberty denkt nicht an Zugeständnisse

Zuvor hatte die Telekom Forderungen Malones zurückgewiesen, den Kaufpreis für das Kabelnetz von 5,5 Mrd. Euro drastisch zu reduzieren. Dem Magazin zufolge prüft die Telekom, ob sie anstelle von Liberty eine Ministererlaubnis beantragen kann.

Die "Financial Times Deutschland" hatte zuvor berichtet, in der 50-seitigen Antwort auf die Abmahnung durch das Kartellamt mache Liberty keine Zugeständnisse, sondern übe scharfe Kritik an der Behörde.

Keine Annäherung

Wie die "Süddeutsche Zeitung" ergänzend berichtete, brachte auch ein letztes Gespräch aller Beteiligten vor Ablauf der Erklärungsfrist keine Annäherung der Standpunkte.

Deal könnte morgen platzen

Liberty teilte in Englewood mit, der Standpunkt des Unternehmens sei in einer schriftlichen Erklärung an das Bundeskartellamt in Bonn bekräftigt worden. Die Wettbewerbshüter hatten angekündigt, den Kauf von sechs Telekom-Netzen durch Liberty nicht ohne Zugeständnisse zu genehmigen, weil sie eine Markt beherrschende Stellung des US-Unternehmens und Nachteile für Kabelkunden befürchten. Die Behörde hatte Liberty eine Frist bis zum vergangenen Freitag eingeräumt, um die Bedenken auszuräumen.

Laut "Süddeutscher Zeitung" wird in Branchenkreisen nun erwartet, dass Liberty am morgigen Montag auf einer Pressekonferenz den Verzicht auf den Kauf der Telekom-Kabelnetze bekannt geben und begründen wird. Die endgültigen Prüfungsfristen enden allerdings erst am 28. Februar für das Telekom-Geschäft und am 13. März für die Telecolumbus-Übernahme.