Rundumschlag gegen Mobilfunk-Konkurrenz

Boris Nemsic
28.05.2006

Der neue Generaldirektor der Telekom Austria, Boris Nemsic, wirft internationalen Konkurrenten wie Hutchison 3G, T-Mobile und Tele2 "Quersubventionierung" ihrer Netze und Investitionsverweigerung in Österreich vor. "Jenseitig" sei, dass die TA diese Unternehmen auch noch sponsern müsse.

Mobilkom-Verkauf "nicht ausgeschlossen"

Der neue Telekom-Austria-Generaldirektor Boris Nemsic schließt einen Verkauf der TA-Tochter mobilkom in seiner Amtszeit nicht aus, berichtet das Wirtschaftsmagazin "trend" in der am Dienstag erscheinenden Ausgabe.

Zwar glaubt Nemsic, das Unternehmen sei mit Festnetz und Mobilfunk besser aufgestellt, weswegen andere Optionen im Moment hinfällig seien. Ausschließen könne man freilich nur deshalb nichts, weil "bei so großen Veränderungen nicht immer das Management ausschlaggebend" sei.

Mögliche Übersetzung:

Die Telekom strebt das nicht an, kann aber nicht ausschließen, dass sie von einer künftigen Regierung zu einem Verkauf der mobilkom gezwungen wird.

T-Mobile und "3" und Sponsoring

Weiters sprach sich Nemsic nicht ganz überraschend für die Abschaffung der Preisregulierung aus, der Wettbewerb durch internationale Konkurrenten, die im Ausland fette Gewinne einstrichen und in Österreich "Quersubventionierung" betrieben, sei groß genug.

Nachgerade "jenseitig" sei, dass "Unternehmen globaler Größe wie eine Hutchison oder eine T-Mobile" sich von einem kleinen österreichischen Netzbetreiber sponsern ließe".

"Hutchison, eines der reichsten Unternehmen der Welt ... lässt sich Hunderte Millionen in Form von Frequenzen und Sendestationen von der europäischen und österreichischen Regulierung schenken - und wir sind die Bösen. Das ist doch absurd."

Neues Management

Am Freitag hatte das neue TA-Management die neue Holdingstruktur des Unternehmens vorgestellt. Die Bereiche Mobilfunk und Festnetz werden der besseren Kooperation halber in eine neue Holding eingebracht.

Tele2 und die Investition

"Wir investieren im Festnetz jährlich 300 Millionen Euro in Österreich. Wir kämpfen gegen europaweite Unternehmen. Tele2 ist ein Unternehmen, das in 24 Ländern Europas tätig ist. Wie viel investieren sie in Österreich: acht Millionen im Jahr?"

In Folge des Verkaufs des Netzbetreibers tele.ring an T-Mobile kam Hutchison 3G in den Besitz von 2.000 Sendestandorte, die von T-Mobile abgegeben werden. Und das zu einem äußerst günstigen Preis, da die EU die Übernahme wegen Benachteiligung kleinerer Mitbewerber wie "3" und One ansonsten nicht genehmigt hätte.

Die aus Schweden stammende Tele2 hatte im vergangenen Jahr den österreichischen Netzbetzreiber UTA übernommen und 213 Millionen Euro in bar dafür investiert.

(APA | trend)