25.02.2002

ICANN

Bildquelle: icann

Netzverwaltung ganz ohne Demokratie

Die Internet-Verwaltungsinstanz ICANN [Internet Corporation for Assigned Names and Numbers] soll nach den Vorstellungen ihres Präsidenten Stuart Lynn wieder mehr Regierungseinfluss zulassen und gleichzeitig die demokratische Wahl eines Teils der Vorstandsmitglieder wieder einstellen.

Laut Lynn ist der Versuch, die ICANN ohne jeden Regierungseinfluss zu betreiben, "eindeutig gescheitert".

US-Einfluss dürfte größer werden

Nach den aktuellen Vorschlägen des ICANN-Präsidenten würde der Vorstand künftig nur noch15 statt wie bisher 19 Mitglieder haben. Von diesen sollen fünf von Regierungen entsandt werden, fünf von einem Komitee ernannt werden und der Rest von IT-Interessengruppen kommen.

Unausweichliche Proteste

Die Ankündigung des ICANN-Präsidenten dürfte allerdings auf heftigen Widerstand stoßen.

Michael Froomkin, Rechtsprofessor an der University of Miami und Betreiber einer Site zu Vorgängen rund um die ICANN, nannte den aktuellen Vorstoß des Präsidenten bereits "völlig fehlgeleitet".

Schon bisher wurde selbst von direkt Beteiligten der Demokratisierungsprozess der ICANN als ungenügend kritisiert. So sprach der gewählte Vorsitzende Andy Müller-Maguhn letztes Jahr noch von einer "Demokratie-Simulation".