Ein Schutzpatron für das Internet
Im Vatikan wird am Freitag eine Vorentscheidung über den künftigen Schutzpatron für das Internet fallen.
Das kündigte der Präsident des päpstlichen Medienrates, Erzbischof John Foley, zu Beginn der jährlichen Vollversammlung des Medienrats im Vatikan an.
Foley sagte laut Kathpress, er hoffe, dass die Diskussion über die Schutzpatrone für das Internet, das Kino sowie für die Medien insgesamt bei der Versammlung zum Abschluss gebracht werden könne.
Ferner kündigte Foley die Veröffentlichung von zwei Grundsatzpapieren über Ethik im Internet und den Umgang der Kirche mit diesem Medium an.
Die Kandidaten im Überblick
Neben dem in Spanien und Lateinamerika favorisierten
Kirchenlehrer und Enzyklopädisten Isidor von Sevilla [560-636]
werden zwei Heilige des 20. Jahrhunderts als "Favoriten" genannt:
Der im KZ Auschwitz ermordete Franziskaner Maximilian Kolbe
[1894-1941] und der im KZ Dachau gestorbene niederländische
Karmeliter Titus Brandsma [1881-1942]. Beide waren in der
Medienarbeit aktiv. Auch der Heilige Borromäus [1538-1584]wurde
dafür bereits ins Spiel gebracht. Als Erzbischof von Mailand sei
Borromäus vor allem im Bereich Knowledge-Management aktiv gewesen,
nämlich im Aufbau von Bibliotheken und der unermüdlichen Verbreitung
von Literatur.
St. Isidor - Gedenktag: 4. April
Maximilian Kolbe - Gedenktag: 14. AugustLangwieriges Verfahren
Das Verfahren für die Bestimmung eines Schutzpatrons ist langwierig.
Unter anderem wird die vatikanische Heiligsprechungs-Kongregation befragt, bevor schließlich die Gottesdienst-Kongregation dem Papst gegenüber ihr Votum abgibt.
Im Medienbereich gibt es bisher Schutzheilige für das Radio [Erzengel Gabriel], für das Fernsehen [Heilige Klara] und für die Presse [der Heilige Franz von Sales].
Vatikan seit 1996 im Netz
Seit 1996 ist der Vatikan online und hat seitdem mehrere tausend
Dokumente der katholischen Kirche und Ansprachen des Papstes
veröffentlicht. Die Architektur der Website ist auf drei
leistungsstarke Host-Rechner verteilt, die nach den Erzengeln
Raphael, Michael und Gabriel benannt sind. Seit 1998 werden im
Internet die Sonntagsgebete des Papstes in Bild und Ton übertragen.
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