10.03.2002

TELCO BIZ

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Telefonica stoppt Firmenkäufe

Der spanische Telekomriese Telefonica wird einen strengen Sparkurs fahren und sich bei Fusions- und Kaufplänen künftig zurückhalten.

Konzern-Chef Cesar Alierta kündigte laut der spanischen Zeitung "El Pais" an, dass die Zeit der "spektakulären Fusionen und Firmenkäufe" endgültig vorbei sei. Telefonica werde sich auf das "organische Wachstum" konzentrieren und weder Fusionen mit anderen Telefonanbietern Europas eingehen noch große Kaufaktionen starten.

Telefonica werde sich nicht am Feilschen um die von der französischen Regierung zum Kauf gestellten UMTS-Lizenzen beteiligen. Innerhalb des Sparkurses werde man die Investitionen im UMTS-Geschäft vor allem in Italien deutlich reduzieren.

Internationalisierungsstopp

Trotz der Reduzierung der Expansionspläne im Mobilfunkbereich werde Telefonica demnächst einen wichtigen Merger abschließen. Für rund 81 Mio. Euro werde man 65 Prozent des mexikanischen Mobilfunkanbieters Pegaso sowie dessen Schulden von 1,4 Mrd. Euro übernehmen, da man sich von Pegaso in den nächsten drei Jahren eine Wachstumsquote von 21 Prozent verspreche.

Dennoch unterstrich er den jetzigen "Internationalisierungsstopp" seines Unternehmens. Telefonica habe die Hälfte der geschäftlichen Aktivität im Ausland und sei dadurch das "weltweit einzige wirklich internationale Telekomunternehmen". Doch nun müsse man sich nach Jahren kostspieliger Expansionsstrategien wieder auf das Wachstum und die Marktfestigung des Mutterunternehmens konzentrieren.

Heute auf Platz 2 hinter Deutscher Telekom

"Als ich vor zwei Jahren Telefonica-Präsident wurde, waren wir das fünfte Unternehmen in Europa. Heute übertrifft uns nur noch die Deutsche Telekom", so Alierta. Der Chef des spanischen Ex-Telefonmonopolisten geht von 8 bis 11 Prozent jährlichem Einnahmenzuwachs aus. Die Reduzierung der Investitionen werde dem Unternehmen laut Alierta bis 2005 rund 33 Mrd. Euro einsparen.