Staatsgelder für UMTS-Aufbau gefordert
Die deutsche Telekommunikationsindustrie hat angesichts der unsicheren Lage bei der Einführung des neuen Mobilfunkstandards UMTS nach Hilfe vom Staat gerufen.
"Wir fordern von der Politik einen runden Tisch, um gemeinsame Strategien zu entwickeln, mit denen der UMTS-Markt möglichst schnell angeschoben werden kann", sagte Peter Wagner, Vorstandsmitglied des Branchenverbandes Bitkom, auf der CeBIT in Hannover.
Wagner forderte Bund, Länder und Gemeinden auf, einen Teil der bei der UMTS-Auktion erzielten 51 Milliarden Euro als Investitionen wieder in die Technik zurückfließen zu lassen, etwa durch öffentliche Dienste.
"Virtuelle Rathäuser"
Durch neue interaktive Park- und Verkehrsleitsysteme,
Informationen zu Nahverkehr und Tourismus sowie "virtuelle
Rathäuser" könnte man den UMTS-Anwendungen einen Anschub geben.
BitkomLizenzkosten sollen zurückfließen
"Staatliche Investitionen würden dafür sorgen, dass zumindest ein Teil der Lizenzkosten, die der Branche bei der Auktion entzogen wurden, wieder zurückfließen, und zugleich Deutschlands Position im Standortwettbewerb verbessern", erklärte Wagner, der auch das Mobilfunkunternehmen Debitel leitet.
Er regte an, über die Möglichkeit des Frequenzhandels nachzudenken.
Frequenzhandel
Derzeit ist es den Firmen untersagt, Frequenzen an andere Firmen
abzugeben oder Spektrum zuzukaufen. Die Anbieter forderten die
Möglichkeit, zusätzlichen Frequenzbedarf abzudecken oder Spektrum
veräußern zu dürfen.
UMTS-Anbieter wollen neu verhandeln2010 telefonieren 28 Prozent mit UMTS
Nach einer Studie des internationalen UMTS-Forums wird sich UMTS langsamer entwickeln als bisher erwartet.
Bis zum Jahr 2010 werden nach Schätzungen dieses Zusammenschlusses von Industrieunternehmen 28 Prozent der Handybenutzer mit UMTS telefonieren.
Der weltweite Umsatz mit UMTS-Diensten soll im Jahr 2010 nach der Studie bei 320 Milliarden USD [366 Mrd. Euro] liegen.
