Mac-Software fängt Computerdiebe
Wer in Zukunft einen Macintosh-Computer stehlen möchte, könnte das bereuen. Denn jetzt gibt es "Undercover" - eine Software, die Diebe ausspioniert und hinters Licht führt, um den Computer wieder zu finden. Mehr dazu um 22.30 Uhr im Ö1-Magazin "matrix".
Mit der Installation der "Undercover"-Software erhält der Rechner eine ID, mit der er sich in regelmäßigen Abständen bei der "Undercover"-Datenbank meldet, um nachzufragen, ob alles in Ordnung ist.
Sollte der Mac in die Hände eines Diebes gelangen, mailt man diesen Code an "Undercover"-Entwickler Peter Schols, der ihn in die Datenbank gestohlener Macs einträgt.
Netzverbindung verrät Dieb
Sobald sich der Dieb mit dem Rechner ins Netz hängt, läuft die Spurensicherung zur Unterstützung der polizeilichen Fahndung.
"Undercover" wurde von der jungen belgische Softwarefirma "Orbicule" für das Betriebssystem MacOS Tiger entwickelt.
Die Software kann von der Website von Orbicule heruntergeladen werden und kostet 29,99 Dollar für eine Einzellizenz. In diesem Preis ist das gesamte Anti-Diebstahl-Service enthalten - inklusive Belohnung für denjenigen, der den gestohlenen Computer zurückbringt.
Fahndungsfotos undercover
Hat der Mac eine iSight-Kamera eingebaut, schießt "Undercover" nun laufend Fotos, auf denen hoffentlich der Dieb zu sehen ist.
Zusätzlich werden Screenshots gemacht, für den Fall, dass der Dieb E-Mails in seinem Namen schreibt, irgendwo seine Adresse eingibt oder mit seiner Kreditkarte einen Einkauf tätigt.
"Undercover" sammelt außerdem Netzwerkdaten, damit der Provider den Benutzer ermitteln kann.
Widerstand zwecklos
"Undercover" läuft versteckt und lässt sich für einen Dieb deshalb nicht so ohne weiteres auf dem gestohlenen Mac finden. Bisher sei es auch nicht gelungen, die Software zu hacken, berichtet Peter Schols in seinem Weblog.
Plan B: Die Macht der Finsternis
Sollten alle diese Beweismittel nicht zur Ausforschung des Diebes führen, tritt Plan B in Kraft.
Auf Kommando der Zentrale beginnt der gestohlene Mac, ein Hardware-Problem zu simulieren.
Dabei wird der Bildschirm immer dunkler, bis das Gerät nicht mehr brauchbar ist. Damit soll der Dieb veranlasst werden, den Mac reparieren zu lassen oder zu verkaufen.
Im Idealfall bringt er ihn zu einem Apple-Service-Dienst, wo den Technikern auffallen wird, dass es sich um kein normales Problem mit der Hintergrundbeleuchtung handeln kann.
Kennzeichen dafür sind, dass der Mauszeiger trotz schwarzem Bildschirm zu sehen ist und dass ein Neustart des Rechners kurzfristig wieder einen hellen Bildschirm zeigt.
Mac schreit um Hilfe
Sollte der gestohlene Mac beim Händler oder beim Käufer ans Internet gehängt werden, wird von der Datenbank registriert, dass es sich um eine andere IP-Adresse handelt.
In diesem Fall zeigt der Mac auf seinem schwarzen Bildschirm eine Nachricht, dass er gestohlen ist und man Orbicule zwecks Rückgabe kontaktieren möge.
Ignorieren dieser Nachricht ist nicht möglich, denn der Mac ruft mittels Computerstimme gleichzeitig lautstark um Hilfe.
Formatieren verhindern
Um zu verhindern, dass ein Dieb den Rechner neu formatiert und damit den Diebstahlschutz und wertvolle Daten vernichtet, sollte man nicht nur das Betriebssystem und den Benutzer, sondern auch die Firmware durch Passwörter schützen.
Als Falle könnte man außerdem einen offenen Dummy-Benutzer einrichten, mit dem der Dieb herumspielen kann - bis die Polizei kommt.
Heute 22.30 Uhr im Ö1-Magazin "matrix"
Sonja Bettel hat für matrix "Undercover" getestet. Zu hören Sonntag, 18.6., um 22:30 Uhr, im Ö1 Magazin Matrix.
