Auto als aktiver Teil des Internets
Das Fraunhofer-Institut für offene Kommunikationssysteme präsentiert auf der CeBIT ein Fahrzeug, das als aktiver Netzknoten des Internets eingesetzt wird.
Fahrzeuge werden zu aktiven mobilen Komponenten im Internet. Die Wagen sammeln und verbreiten nicht nur Daten, sondern stellen sogar gezielt fahrerunterstützende Informationen zur Verfügung und kommunizieren untereinander.
Aufbau einer nahtlosen Kommunikations-Infrastruktur
"Interc@r - the network vehicle": So nennen die
Fraunhofer-Forscher das Arbeitsprogramm, das sie unter anderem in
Projekten mit der DaimlerChrysler AG realisieren. "Das Fahrzeug soll
aktiv in das weltweite Internet integriert werden", beschreibt
Projektleiter Bernd Bochow das Ziel. "Wir wollen dem Fahrer, auch
wenn er sich nicht im Fahrzeug befindet, sondern zu Hause, im Büro
oder an einem anderen Ort, eine nahtlose, eine 'seamless'
Kommunikation ermöglichen."
Fraunhofer-Institut für offene KommunikationssystemeStau- und Unfallwarnungen
Das Fahrzeug des Fraunhofer-Instituts, "Interc@r - the network vehicle" getauft, liefert Informationen aus den unterschiedlichsten Quellen ins Internet und verteilt diese an andere Netzknoten, die wiederum Fahrzeuge sein können.
Informationen der Fahrzeugelektronik - wie zum Beispiel zu Geschwindigkeit des Fahrzeugs, Tankfüllung, Bremsflüssigkeit, Innen- und Außentemperatur - werden mit Daten etwa aus dem Navigationssystem verknüpft.
Diese Informationen werden dann an andere Fahrzeuge oder zu festen Stationen im Straßenbereich weitergeleitet. So werden zum Beispiel Autofahrer rechtzeitig vor einem Stau, Unfall oder schlechten Wetterbedingungen gewarnt.
Das Projekt, das unter dem Namen FleetNet vom deutschen Ministerium für Bildung und Forschung [BMBF] gefördert wird, soll wesentlich zum Aufbau einer zukünftigen nahtlosen Kommunikations-Infrastruktur beitragen. Partner von FleetNet sind unter anderem der Automobilkonzern DaimlerChrysler und die Firmen Bosch, Siemens und NEC.
FleetNetWLAN, GPRS und später auch UMTS
Gleichzeitig sind die Fahrzeuge flexible, mobile Knoten im Internet. Sie bilden einen virtuellen drahtlosen Backbone. Es soll damit eine neue Art der mobilen Netzstruktur entstehen.
Interc@r setzt dabei, quasi als mobiles Endgerät, unterschiedliche Netztechnologien ein, unter anderem WLAN und GPRS, später soll auch UMTS folgen. Das Auto soll in die unterschiedlichsten drahtlosen Netztechnologien ¿ Personal, Body, Local Area Networks, zelluläre Netze, Wireless Ad-hoc-Netze eingebunden werden.
Diese Integration und der nahtlose Wechsel von einer Technologie in die andere Richtung [Roaming] sollen ein entscheidendes Merkmal dieses Fahrzeugs sein.
