03.04.2002

PANNENSERIE

Bildquelle: ebay

eBay zieht die Notbremse

Für das Online-Auktionshaus eBay häufen sich derzeit die ernsthaften und für das Unternehmen peinlichen Sicherheitslücken.

Nur eine Woche nachdem eBay offiziell davor gewarnt hat, dass Mitglieder-Accounts zunehmend von Crackern missbraucht werden, musste das Unternehmen jetzt zu einer extrem ungewöhnlichen Maßnahme greifen, um die Sicherheit seiner Kunden zu gewährleisten.

Ab sofort können eBay-Paswörter nicht mehr geändert werden, da diese Funktion ohne besonderen Aufwand dazu missbraucht werden konnte, die Kontrolle über beliebige Accounts zu übernehmen.

Identitäts-Diebstahl

Für die Übernahme eines Nutzer-Accounts mittels Änderung des Passwortes musste ein Angreifer nichts weiter als die Nutzer-ID in Erfahrung bringen - und diese steht neben jedem Auktionsangebot.

Publiziert wurde die Lücke von einem kanadischen Hacker, der sich "Null" nennt. Laut eBay-Sprecher Kevin Pursglove wusste das Auktionshaus allerdings schon seit Jänner von der gravierenden Sicherheitslücke.

Dass erst jetzt Maßnahmen ergriffen wurden, um die Lücke zu stopfen, ist demnach auf die Publikation durch "Null" zurückzuführen.

Pursglove kündigte an, dass eine neue Log-in-Prozedur inklusive der Möglichkeit, das eigene Passwort wieder sicher zu ändern, in vier bis sechs Wochen zu erwarten sei.

Laut Pursglove standen durch die Lücke im Passwortsystem zwar prinzipiell sämtliche Nutzerdaten offen, dabei wären allerdings Kreditkartendetails ausgenommen, da diese besonders geschützt seien.

eBay unter Druck

Die peinliche Passwort-Lücke kommt für eBay zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.

Erst vor einer Woche musste das Unternehmen offiziell davor warnen, dass Mitglieder-Accounts zunehmend von Crackern missbraucht werden. Die Fälle des so genannten "name grabbing" nähmen seit Jänner kontinuierlich zu, sagte Pursglove.