Swisscom skeptisch gegenüber UMTS
Der Schweizer Telekommunikationskonzern Swisscom schließt ein eigenes Engagement in der neuen Mobilfunkttechnologie UMTS in Deutschland aus und hält den Erfolg aller UMTS-Lizenznehmer in dem Nachbarland für unwahrscheinlich.
"Selbst mit null Lizenzkosten würde sich ein UMTS-Netzaufbau in Deutschland für uns kaum rechnen, weil wir dort bisher keine technische Infrastruktur haben", sagte Swisscom-Geschäftsführer Jens Alder laut einem Vorab-Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus" vom Sonntag.
"Schöne Versicherungsprämie"
Alder bezweifele, dass alle sechs Lizenznehmer in Deutschland
eine Marktchance hätten, berichtete das Magazin weiter. Die hohen
Lizenzkosten seien eine "schöne Versicherungsprämie" für den Staat.
Swisscom5,5 Mrd. Euro für deutsche UMTS-Lizenzen
Im Sommer 2000 hatten die Deutsche Telekom [D1], die inzwischen von Vodafone übernommene Mannesmann [D2], E-Plus/KPN, Viag Intercom, die spanische Telefonica Moviles mit der finnischen Sonera [Quam] sowie Mobilcom im Verbund mit der France Telecom insgesamt sechs Lizenzen für jeweils rund 5,5 Milliarden Euro ersteigert. Mobilcom und Quam verfügen im Gegensatz zu den Mitbewerbern nicht über ein eigenes UMTS-Netz.
In ihrem Heimatmarkt hatte die Swisscom den Start ihrer UMTS-Dienste im vergangenen November von 2002 auf 2003 verschoben und dies mit Lieferverzögerungen bei Telekommunikationsausrüstern begründet.
