Händeschütteln über das Mobiltelefon
In Zukunft soll man, während man mit dem Handy telefoniert, fühlen können, wenn einem der Gesprächspartner die Hand schüttelt.
Wissenschaftler vom Massachusetts Institute of Technology [MIT] arbeiten daran, die digitale Kommunikation auch auf das "Fühlen" auszuweiten.
Hören, Sehen und Fühlen
"Wir wollen mit der haptischen Technologie erreichen, dass man
nicht nur hört und sieht, sondern auch fühlt, was einem der andere
mitzuteilen hat", sagt Sile O'Modhrain, welche die "Palpable
Machines Research Group" am MIT Media Lab Europe in Dublin leitet.
Sile O'ModhrainVirtuelles Ballspielen
Die MIT-Wissenschaftler haben bereits zwei einfache Prototypen aus Holzrollen, die miteinander verdrahtet sind, entwickelt. Bewegt einer der beiden Gesprächspartner diese Holzrollen, kann der andere das auf seinem Endgerät spüren.
"Wir wollen es möglich machen, beim Instant Messaging am Computer auch das Fühlen zu übertragen", erklärt der MIT-Wissenschaftler Ian Oakley.
Das Team hat auch ein System entwickelt, bei dem zwei Personen einander einen Ball zuwerfen und die Kraft des Wurfes über einen "Force-Feedback Joystick" fühlen können.
In einer späteren Version soll das System in einem Spiel wie zum Beispiel Air Hockey zum Einsatz kommen, wo man ins Tor des Gegners zielen muss.
Mensch bestimmt über Vibration
Der Unterschied zu normalen Vibrationseffekten in gängigen
Computerspielen ist dabei, dass die Bewegung nicht automatisch vom
Computer, sondern in Stärke und Art von einem Menschen am anderen
Ende der Leitung bestimmt wird.
Palpable Machines Research GroupHändedruck übers Handy
Angela Chang, ebenfalls Wissenschaftlerin am MIT, arbeitet an einer anderen Art der "greifbaren" Kommunikation. Sie entwickelte ein Handy, das nicht nur Töne, sondern auch Vibrationen überträgt.
Die MIT-Prototypen sind mit fünf kleinen Lautsprechern ausgestattet, die unter den Fingern und dem Daumen positioniert sind und bis zu 250 Mal in der Sekunde vibrieren können. Unter den Lautsprechern wiederum sitzen druckempfindliche Sensoren.
Je stärker ein Teilnehmer sein Handy drückt, desto stärker ist das entsprechende Signal, das sein Gesprächspartner zu spüren bekommt. Sensoren und Lautsprecher können einzeln bedient werden.
Angela ChangTestpersonen entwickelten "Morsecode"
Im Einsatz verwendeten Testpersonen innerhalb kürzester Zeit das zusätzliche Feature, um mit ihren Gesprächspartnern auch nonverbal zu kommunizieren, eine Information besonders zu betonen oder ihren Gesprächspartner zu unterbrechen.
Nach den Beobachtungen der MIT-Wissenschaftler entwickelten sie dabei sogar einen eigenen "Morsecode".
Chang sieht für diese "greifbaren" Nachrichten ein ähnliches Marktpotenzial wie für SMS. Mobilfunkbenutzer können so miteinander kommunizieren, ohne dass es sofort ersichtlich ist.
"Und stellen Sie sich vor, Sie können ihrem Gesprächspartner die Hand schütteln, wenn Sie eine Vereinbarung treffen", so Chang.
