Ariane-5-Entwicklung wird eingestellt
Die europäische Raumagentur ESA will die Entwicklung der verstärkten Trägerrakete "Zehn-Tonnen-Ariane" zunächst stoppen.
Zur Begründung verwies ESA-Generaldirektor Antonio Rodota nicht nur auf den im Dezember gescheiterten Jungfernflug der Ariane 5 ECA. Wegen des langsameren Wachstums auf dem Markt für Kommunikationssatelliten seien derzeit ohnehin keine stärkeren Varianten der Ariane 5 erforderlich, sagte Rodota.
Die bisherigen Ariane-Raketen könnten noch einige Jahre länger fliegen als ursprünglich geplant.
Die Stagnation der kommerziellen Raumfahrt zwinge die gesamte ESA zum Sparen, betonte Rodota. "Wir müssen unsere Organisation abspecken." Die für die Entwicklung der stärkeren Ariane-5-Versionen eingeplanten Gelder könnten nun auf anderen Gebieten eingesetzt werden. Noch sei es aber zu früh, Zahlen zu nennen.
ESADie "Zehn-Tonnen-Ariane" sollte ursprünglich Europas Vorrangstellung bei den kommerziellen Satellitenstarts gegen die US-Konkurrenz stärken.
Der Flug des ersten Exemplars mit zwei Satelliten an Bord scheiterte im Dezember bereits nach wenigen Minuten. Als Ursache stellten Experten Mängel im technisch abgespeckten Kühlsystem fest.
Wegen der Probleme wurden zuletzt sämtliche Starts auch der "einfachen" Ariane 5 abgeblasen. Dadurch verpasste die Kometensonde "Rosetta" ihren seit einem Jahrzehnt geplanten spektakulären Flug zum Kometen Wirtanen.
Kommunikationssatelliten zerstört
Bei der Sprengung der Ariane 5 sind auch die zwei
Kommunikationssatelliten zerstört worden, die sich an Bord befanden,
der "Hot Bird TM-7" des europäischen Satellitenbetreibers Eutelsat
sowie der "Stentor", der Experimente auf dem Kommunikationssektor
für die französische Raumfahrtorganisation CNES ausführen sollte.
EU-Prestigerakete wurde gesprengt
