TA-Vorgehen laut Regulator korrekt
Im Streit zwischen der Telekom Austria und dem mittlerweile insolventen alternativen Internetanbieter Profinet sieht der oberste Telekom-Regulator Georg Serentschy keine Möglichkeit zum Eingreifen.
Es gebe keine Informationen, wonach die TA ihre marktbeherrschende Stellung missbraucht hätte, sagte Serentschy am Dienstagabend.
Die TA hat Profinet eine Trennung der Leitungen angekündigt, da der Internetanbieter keine Bankgarantie für die offenen Schulden vorlegen konnte. Profinet sieht in diesem Schritt der TA "keine wirtschaftlichen, sondern strategische Gründe" Die TA selbst spricht von einer "rechtskonformen" Vorgehensweise. Der Verband der Internet Service Providers Österreichs [ISPA] hat für derartige Fälle die Einschaltung der RTR gefordert.
Profinet meldet Konkurs anKorrektes Vorgehen
Serentschy dazu, dass es bereits eine Vereinbarung gebe, wonach die TA in solchen Fällen den Regulator im voraus informieren und Gründe vorlegen müsse, warum sie einen alternativen Anbieter vom Netz schalte. Diese Informationen hätten bei Profinet keinen Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung erkennen lassen.
"Wir helfen, wo immer es geht. Es gibt aber Fälle, da hat selbst der Kaiser das Recht verloren", meint der Regulator.
Er, Serentschy, habe auch versucht mit dem Vorstand von Profinet Kontakt aufzunehmen. Dieser sei jedoch nicht erreichbar gewesen, habe aber schließlich mitgeteilt, dass das Unternehmen ohnehin von Markt gehen wollte.
Laut Regulator handelt es sich bei Profinet um ein fehlgeschlagenes Geschäftsmodell. Der schlechte Geschäftsgang habe sich bereits über mehrere Monate abgezeichnet. Die TA habe jedenfalls zugesichert die Leitungen so lange offen zu lassen, bis alle Kunden von Profinet zu anderen Anbietern gewechselt sind. Auch einige alternative Anbieter hätten sich "bereits hilfsbereit gezeigt, Kunden aufzunehmen".
