Umsatz gleich Verlust bei Jowood
Der Computerspiele-Hersteller Jowood hat im vergangenen Jahr massive Verluste geschrieben: Nach vorläufigen Zahlen wies das Betriebsergebnis [EBIT] einen Fehlbetrag von 42,8 Mio. Euro aus, bei einem um 4,4 Prozent auf 43,5 Mio. Euro gestiegenen Umsatz.
Wegen der im dritten Quartal eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen sowie notwendiger hoher Wertkorrekturen liege das vorläufige EBIT deutlich unter dem Vorjahr, wie das börsennotierte steirische Unternehmen heute ad hoc mitteilte.
Das Konzernergebnis nach Minderheiten wurde mit minus 28,6 Mio. Euro beziffert. Vergleichszahlen gab Jowood nicht bekannt.
"Gothic II" rettet viertes Quartal
Der Betriebsverlust vor Restrukturierungskosten lag 2002 bei 5,6 Mio. Euro. In diesem Ergebnis sieht Jowood trotz des Liquiditätsengpasses im vierten Quartal und dadurch bedingter Geschäftsausfälle erste positive Tendenzen der Sanierung.
Allerdings - so heißt es einschränkend - würde deren nachhaltige Wirkung nach wie vor von der raschen und erfolgreichen Umsetzung des neuen Vertriebskonzeptes abhängen.
Im vierten Quartal 2002 erreichte Jowood bei 13,3 Mio. Euro Umsatz und einem EBIT von 96.000 Euro ein positives Konzernergebnis nach Minderheiten in Höhe von 1,8 Mio. Euro - nach Unternehmensangaben auf Grund des Erfolgs des Spieles "Gothic II" im deutschsprachigen Raum.
Im Dezember kündigte das Unternehmen an, dass die Hälfte der derzeit rund 280 Mitarbeiter gehen müssen.
Jowood baut Hälfte der Mitarbeiter abKrisenjahr 2002
Für Jowood-Vorstand Andreas Tobler steht das Geschäftsjahr 2003 "ganz im Zeichen der Neupositionierung des Unternehmens". "Toptitel" seien in der Pipeline, und der internationale Release von "Gothic II" stehe ebenfalls unmittelbar bevor.
Gleichzeitig soll die Reorganisation vorangetrieben werden, um die Gruppe wieder auf Kurs zu bringen.
Jowood hatte in den ersten drei Quartalen 2002 einen operativen Verlust von 42,9 Mio. Euro angehäuft. Sanieren will sich das Unternehmen nach bisherigen Angaben durch eine "massive Fokussierung auf das Entwicklungsgeschäft mit einer Zusammenlegung mehrerer Standorte".
Das Unternehmen konnte Anfang Jänner im Zuge seiner Kapitalerhöhung mehr als drei Mio. Euro bei Investoren platzieren und sieht seine Zukunft seitdem gesichert.
Jowood erklärt sich für gerettet
