05.03.2003

HEUTE IN AT

Bildquelle: ORF.at

Brisante Themen im Datenschutzrat

Der Datenschutzrat beschäftigt sich am Mittwoch auf Antrag von SPÖ und Grünen mit der Vermarktung von Meldedaten durch das Innenministerium.

Außerdem befasst man sich mit den "schwarzen Listen" der Banken und den - im Regierungsübereinkommen festgehaltenen - Plänen für ein Videoüberwachungsgesetz.

Neuer Vorsitzender des Datenschutzrates könnte dem Vernehmen nach FPÖ-Vertreter Herwig Raab aus dem Finanzministerium werden.

Nötig ist die Neuwahl, weil der frühere Vorsitzende Herbert Haller in den Verfassungsgerichtshof gewechselt ist. Derzeit führt der stellvertretende Vorsitzende Harald Wögerbauer [ÖVP] die Geschäfte.

Die "Flexi-Verordung"

Für SPÖ-Konsumentenschutzsprecher Johann Maier sind das wichtigste Thema die "Geschäfte des Innenministers mit den Daten der Österreicher", konkret die so genannte "Flexi-Verordnung" des Innenministeriums.

Sie regelt, dass die Einnahmen aus dem Zentralen Melderegister nicht an das Finanzministerium fließen, sondern beim Innenministerium bleiben und den Betrieb des Registers finanzieren.

Seit vergangenem März haben Privatunternehmen rund 254.000 Mal auf das Melderegister zugegriffen und dafür rund 676.000 Euro bezahlt. Durch Werbemaßnahmen sollen es bis 2005 1,3 Mio. kommerzielle Abfragen pro Jahr werden.