Ende für Creative-Commons-Musikplattform
Die österreichische Musikplattform Orangemusic.at wird per 1. April 2009 eingestellt. Auch die langfristige Weiterführung der Download-Plattform Nolabel.at wackelt.
Knapp ein Jahr nach dem Start der genreübergreifenden österreichischen Creative-Commons-Musikplattform Orangemusic.at wird der Betrieb bereits wieder eingestellt. Auch die offene Musikplattform Nolabel.at, die es seit knapp vier Jahren gibt, ist langfristig in ihrer Existenz bedroht.
"Reines Liebhaberprojekt"
Der Gründer der Plattform Orangemusic.at, Martin Aschauer, sprach mit ORF.at über die Gründe der Schließung des Portals: "Um wettbewerbstauglich zu werden, müssten wir einiges an Zeit und Geld investieren. Derzeit ist es ein reines Liebhaberprojekt. Daran ist die Werbewirtschaft nicht interessiert", so Aschauer.
Die Ideen rund um das Projekt gestalteten sich mit dem vorhanden Budget und den fehlenden Einnahmen als nicht umsetzbar. So wäre etwa ein Spendenmodell geplant gewesen, mit dem es möglich gewesen wäre, jedem Künstler einzeln einen gewissen Betrag für seine Songs, die er unter der Creative-Commons-Lizenz zur Verfügung stellt, zu spenden. Doch die Implementierung eines derartigen Spendensystems gestaltete sich laut Aschauer als zu kostspielig.
Aufklärungsbedarf bei CC-Lizenzen
Außerdem bestehe im Bereich der Creative-Commons-Lizenzen noch Aufklärungsbedarf, so Aschauer: "Viele Künstler haben gesagt, dass ihre Werke unter der Creative-Commons-Lizenz stehen, sind aber gleichzeitig bei der AKM dabei. Das Wissen der Künstler, dass dies nicht möglich ist, ist einfach nicht da."
Das Projekt für Musik unter Creative-Commons-Lizenzen, Orangemusic.at, wird daher mit 1. April 2009 eingestellt. Im Laufe des Monats wird es noch ein Abschiedskonzert für das ambitionierte Musikprojekt im Wiener B72 geben. Das Mobilfunkunternehmen Orange meldete bereits Markenrechte für "Orangemusic" an.
Zukunft von Nolabel unsicher
Aschauer sieht allerdings auch das Projekt Nolabel.at langfristig bedroht. Das vom Verein Freies Magazin FM5 zur Förderung der Kunst und Jugendkultur ins Leben gerufene Projekt für unbekannte Künstler aus dem Musikbereich ist nur noch bis Jahresende finanziell abgesichert. Bis dahin sind die Lizenzgebühren bei der zuständigen Verwertungsgesellschaft Austro Mechana bezahlt.
"Langsam merken auch wir die Auswirkungen der Wirtschaftskrise", so Aschauer. Kooperationen werden schwieriger, da die Marketingbudgets der Firmen schrumpfen. Einen wichtigen Sponsor habe man bereits verloren, so Aschauer. Derzeit werde aber an einer neuen Infrastruktur für die Download-Plattform gearbeitet, denn ganz aufgeben wolle man vorerst nicht.
(futurezone / Barbara Wimmer)
