Pranger für Raubkopien-Käufer
Italien will Kunden von CD-Piraten das Leben schwer machen. Kommende Woche tritt ein Gesetz in Kraft, wonach Personen, die beim Kauf von illegalen CDs und DVDs ertappt werden, eine Geldstrafe bis zu 150 Euro droht.
Bei "Vorbestraften" kann die Geldstrafe sogar auf 1.032 Euro klettern. Die Namen der "Schuldigen" sollen in Tageszeitungen veröffentlicht werden.
Strafen von bis zu drei Jahren Haft sind außerdem für Fälscher von CDs, Videos, Softwareprogramme und Smart Cards für Bezahlsender vorgesehen.
Dabei müssen sie auch 103 Euro Strafe für jedes geklonte Produkt zahlen, das in ihrem Besitz gefunden wird. Dem Gesetz zufolge kann jeder eine Kopie einer CD oder eines Videos machen, die jedoch ausschließlich privat verwendet werden darf. Strafbar ist auch die Verteilung von Musik per Internet.
2002: Weltweiter Musikumsatz weiter gesunkenPlatz fünf in den Piraterie-Charts
Das italienische Parlament hofft, mit dem Gesetz den florierenden Handel mit Produktplagiaten in die Schranken zu weisen.
Die Hälfte der Smart Cards für Bezahlsender, die in Italien verwendet werden, sind gefälscht. Fast ein Viertel der CDs, die in Italien hergestellt werden, sind gefälscht. Im vergangenen Jahr wurden elf Millionen illegale CDs verkauft.
Italien belegt nach Taiwan, Hong Kong, Singapur und Macao Platz fünf in der weltweiten Rangordnung der Länder, die am meisten Plagiate exportieren. Der Markt der Produktpiraterie wird europaweit auf 4,5 Mrd. Euro geschätzt. Hochburg der Fälscher, die oft Verbindungen zur Mafia haben, ist in Italien die Stadt Neapel.
