28.04.2003

MÜLLMAILS

Bildquelle: ORF.at

Mailanbieter kooperieren gegen Spam

Die drei großen Webmailanbieter Microsoft, AOL und Yahoo haben sich zusammengeschlossen, um gegen unerwünschte Werbemails anzukämpfen.

Die üblicherweise bitteren Rivalen wollen zusammen verstärkt Versender von Spam-Mails ausfindig machen und Industriestandards erforschen, die das Versenden von Massenmails einschränken.

Die Firmen wollen eine digitale Kennzeichnung für E-Mails, um Spam für entsprechende Filter leichter erkennbar zu machen. Die Mail soll dann bestimmten Kriterien entsprechen, zum Beispiel funktionierenden Links, um sich von einer Maillist auszutragen, richtige Absenderbezeichnung sowie aussagekräftige Betreff-Zeilen.

Spam außer Kontrolle

Die Konzerne wollen auch zusammenarbeiten, um Netzwerke zu identifizieren, die von Spammern genutzt werden, um ihre wahre Identität und Absenderadresse zu verschleiern.

Vertreter der Firmen betonten, dass das ein erster Schritt in einer geplanten breiteren Initiative der Industrie sei. Laut AOL-Sprecher Nicholas J. Graham hätten die Firmen erkannt, dass das Spam-Problem außer Kontrolle sei.

Microsoft, Yahoo und AOL haben zusammen mehr als 200 Millionen E-Mail-Abonnenten, sowohl bezahlt als auch gratis. Durch diese hohe Mitgliederzahl sind die Firmen entsprechend beliebtes Ziel von Spam-Mails. Durch die oftmals relativ einfache Registrierung eines E-Mail-Accounts werden zudem die Services der Unternehmen von den Spammern ebenfalls in Anspruch genommen.

Zusätzlich wollen sie Beschwerden zusammen erfassen, um ausreichend Daten für die weitere Vorgangsweise bei strafrechtlicher Verfolgung oder vor Gericht zu sammeln. Einige dieser Techniken werden bereits von Anti-Spam-Aktivisten angewendet, mit denen die Firmen ebenfalls zusammenarbeiten wollen. Eine Reaktion der Aktivisten ist noch nicht erfolgt.