Südkorea als Mobilfunkparadies
Südkorea hat sich in den letzten Jahren zu einem Kommunikationsland im Vorderfeld der Welt entwickelt.
Dazu hat nicht zuletzt das Credo der Regierung beigetragen, der Förderung von IT und Telekommunikation höchste Priorität beizumessen.
Derzeit beträgt beispielsweise die Handypenetration 70 Prozent, die aber nach europäischer Rechnung bereits bei 90 Prozent anzusiedeln ist, da durch das gerätegebundene CDMA-System eine andere Zählweise verwendet wird.
Von 1997 bis 2002 hat sich das Verhältnis von Festnetzleitungen zu Handys rasant verändert: Kamen 1997 noch 20 Mio. Festnetzleitungen auf sieben Mio. Mobiltelefone, betrug das Verhältnis im Oktober 2002 bereits 23 zu 32 Millionen.
60 Prozent nutzen 2,5-G
Die hochentwickelte Kommunikationstechnologie und die
Bereitschaft der Konsumenten, neue Technologien sofort
auszuprobieren, haben Südkorea zu einem Testmarkt für Mobilfunker
gemacht. Nicht weniger als 40 Prozent der Südkoreaner nutzen mobiles
Internet, mehr als die Hälfte verfügt über Handys mit Farbdisplays.
Der 3-G-Vorläufer mit einer Datenrate von 144 Kilobit pro Sekunde
wird von 60 Prozent der Subscriber genutzt.
Expo Comm Wireless 2003Farbdisplays, Kamera, Java als Standard
Nicht nur Hardware, auch Services werden gut anfgenommen. Dienste wie Location-based Services, Lotterien, MMS, Video on Demand sowie der Download von Klingeltönen, Bildschirmschonern und Spielen wird auf breiter Basis genutzt.
Entsprechend vielseitig sind in Korea die Standardmodelle. Die meisten Handys verfügen über ein oder zwei Farbdisplays, schwenkbare Kamera, polyphone Klingeltöne, MMS, Java und ein GPRS-Äquivalent. Eingebaute Kameras sind mittlerweile ein Must.
Organische Displays
Koreanische Handyhersteller experimentieren weiters mit neuen
Displaytechnologien. So werden bereits in einigen Modellen so
genannte organische OELD-Displays verwendet - diese verbrauchen
weitaus weniger Strom als LC-Displays und verfügen gleichzeitig über
eine hohe Leuchtkraft.
OELDsKlapp- und ausziehbar
Die europäischen "Bar-type"-Modelle, bei denen sich das Display über der Tastatur befindet, werden in Korea nicht angeboten. Stattdessen sind die "Clamshell-Designs", also die aufklappbaren Modelle, die gefragtesten Ausführungen. Auch ausziehbare Handys werden vom Markt gutgeheißen.
Noch heuer sollen Modelle mit mehr als einem Megapixel Auflösung auf den Markt kommen. Videoanwendungen fehlt das bei europäischen Handys typische Ruckeln, das eine Betrachtung bei schnellen Bewegungen beinahe unmöglich macht.
Asiatische Tiger auf dem europäischen Markt
Asiatische Hersteller wie LG Electronics und Samsung bieten derzeit Dutzende verschiedene Modelle an. Die Hersteller können schnell auf den Markt reagieren: Bei LG Electronics dauert es beispielsweise nur noch sechs bis neun Monate vom Konzept bis zur Markteinführung. Noch heuer will der Hersteller UMTS-Telefone auf den Markt bringen, um in Europa Fuß zu fassen. Mit billigen GSM-Handys wird derzeit versucht, den Markt in Südeuropa aufzurollen.
