25.05.2003

UNSOLICITED

Bildquelle: PhotoDisc

Initiative gegen Spam im US-Kongress

Zum Schutz vor unerwünschten Werbe-Mails soll in den USA künftig ein neues Anti-Spam-Gesetz gelten.

Eine vergangene Woche von zwei republikanischen Abgeordneten im US-Kongress eingebrachte Gesetzesvorlage stößt jedoch auf heftige Kritik von Konsumentenschützern.

Zu wenig Restriktionen seien vorgesehen, um die Internet-Benützer vor der Spam-Flut wirksam abzuschirmen. Von den Konzernen America Online [AOL] und Microsoft wurde der Gesetzesvorschlag hingegen begrüßt.

Gute Realisierungschancen

Die Schätzungen, wie weit der Spam den Email-Verkehr in den USA bereits dominiert, reichen von 40 Prozent bis zu zwei Drittel aller versandten Mails.

Die jetzt von den beiden republikanischen Abgeordneten W.J. Billy Tauzin and James Sensenbrenner Jr. eingebrachte Gesetzesvorlage hat im republikanisch dominierten Kongress nach Ansicht von Beobachtern gute Realisierungschancen.

Demnach sollen sich Konsumenten auf eigenen Wunsch von Mail-Listen kommerzieller Anbieter streichen lassen können. Wenn betrügerische Methoden angewendet werden, drohen Geldstrafen sowie strafrechtliche Verfolgung.

Anti-Spam-Gruppen fordern jedoch ein völliges Spam-Verbot. Werbe-Mails sollten nur gestattet werden, wenn sie von Konsumenten aktiv verlangt werden. Bei unerwünschten Werbe-Mails sollte Konsumenten ein individuelles Klagerecht eingeräumt werden.

Der republikanische Gesetzesvorschlag sei ein Geschenk für das e-Marketing, heißt es in einer kritischen Stellungnahme der "Coalition Against Unsolicited Commercial E-Mail" und der "Consumer Federation of America": "Das sind nur minimale Regeln für eine Bundes-Lizenz zum Spammen".