US-Bundesstaat will Oracle klagen
Der milliardenschwere Übernahmepoker um den US-Softwarehersteller PeopleSoft wird nun in einer neuen Facette die Justiz beschäftigen.
Der Generalstaatsanwalt des US-Bundesstaats Connecticut hat nach Angaben der Justizbehörde in Hartford ein Kartellverfahren gegen das Unternehmen eingeleitet.
Nach Auffassung von Generalstaatsanwalt Richard Blumenthal verletzt die geplante Übernahme Kartellrechtsgesetze, da sie "einen enormen Druck auf den Wettbewerb" ausüben würde.
In der Erklärung des Justizministeriums hieß es, das erklärte Vorhaben von Oracle-Chef Larry Ellison, die Produkte des Konkurrenten nach der Übernahme vom Markt zu nehmen, werde zu Preiserhöhungen für die Unternehmen, die Verwaltung und die Verbraucher führen.
Wenige Stunden zuvor hatte Oracle seinerseits Klagen gegen die Unternehmensführung des kleineren Konkurrenten angekündigt und zugleich sein Angebot kräftig nachgebessert. Die neue Offerte beläuft sich nach Angaben von Oracle nun insgesamt auf 6,3 Milliarden USD [rund 5,3 Milliarden Euro].
Jetzt klagt Oracle PeopleSoftÜbernahme bringt Preiserhöhung
Der Bundesstaat Connecticut und seine Verwaltungen hätten bereits "Hunderte Millionen USD" für PeopleSoft-Software ausgegeben. Nach einem Zusammenschluss drohten "höhere Preise und sinkende Qualität", so Blumenthal.
Sie wären dann gezwungen, statt der bisher genutzten PeopleSoft-Programme die Software anderer Anbieter zu kaufen.
Die Entscheidung des Bundesstaates wurde verkündet, nachdem Oracle seine Offerte an die Aktionäre von PeopleSoft erhöht hatte. Das erste Angebot über 5,1 Milliarden USD hatte die PeopleSoft-Führung zurückgewiesen.
