CD-Preisregulierung gegen Piraterie
Nachdem ein Appell des malaysischen Ministers für Konsumentenschutz an die Medienindustrie, die Preise für CDs, VCDs und DVDs freiwillig zu senken, wirkungslos verhallte, setzt sich nun auch die malaysische Regierung für eine Preisreduktion ein.
Noch im Juli will man sich mit den Urheberrechtsinhabern treffen, um die Regulierung von CDs, VCDs und DVDs nach dem Price Control Act zu diskutieren.
Mit diesem neuen Weg soll der Piraterie der finanzielle Anreiz entzogen und so die weitere Verbreitung von Raubkopien in Malaysia begrenzt werden.
"Raubkopien werden in der Regel nur von CDs oder DVDs erstellt, die mehr als 30 Ringgit [6,68 Euro] kosten", so der Minister. Die Unterhaltungsindustrie rechtfertigt ihre Preise mit Kosten für Verwaltung, Marketing, Produktion und Künstlerhonoraren.
Minister ruft zum CD-Boykott aufRechteinhaber gegen Preisreduzierung
Bisher wurde nur die Preisgestaltung von Lebensmitteln und anderen lebensnotwendigen Gütern von staatlicher Seite reguliert.
"Wenn es sich die Leute wieder leisten können, Originale zu kaufen, müssen sie nicht mehr auf billige Raubkopien zurückgreifen", argumentiert ein Sprecher des Handelsministeriums.
Die Rechteinhaber halten von einer Preissenkung naturgemäß recht wenig.
"Wir machen uns damit nur zum internationalen Außenseiter", so ein Sprecher der Musikindustrie. "Das ist genauso, als würden wir die Hersteller von Luxusgütern bitten, ihre Preise zu reduzieren, weil es so viele Fälschungen gibt."
Raubkopien kosten zwischen 1,5 und drei USD
Auf malaysischen Märkten sind illegale Filmkopien auf DVD oder
VCD schon für drei USD zu haben, die Originale kosten hingegen bis
zu zehn USD. Raubkopierte Spiele und aktuelle Software wechseln
schon ab 1,50 USD den Besitzer.
Price Control Act 1946"Jede Musik-CD um 9,99 Euro"
Auch die deutschen Plattenhändler setzten sich in diesem Jahr bereits vergeblich für eine Preisreduktion bei Musik-CDs ein.
"Wir müssen die Preise drastisch senken, nicht nur um zehn oder 20 Cent. Jede CD muss 9,99 Euro kosten", forderte der Vorsitzende der Vereinigung deutscher Plattenhändler, Michael Huchthausen, und sprach damit vielen Tauschbörsen-Usern aus der Seele.
Der deutsche Phonoverbandschef Gerd Gebhardt widersprach hingegen: "Das würde gar nichts ändern. Im Moment haben wir eine Kostenlos-Mentalität, dagegen kommt man auch mit 9,99 nicht an."
Im Gegenteil: Eigentlich sei die CD heute zu billig, denn ihr Preis habe sich seit der Markteinführung vor 20 Jahren kaum verändert. "Neun von zehn Platten sind Flops", und diese müssten von den Hits mitfinanziert werden.
Doch selbst der internationale Phonoverband IFPI gab zu, die Ursachen für den Rückgang von CD-Verkäufen seien nicht nur im Internet, sondern wohl auch in der Preispolitik und dem qualitativ schwachen Musikangebot zu finden.
Downloads killen Musik-Singles
