Ansturm auf Anti-Telemarketer-Site
Die am Freitag gestartete Initiative gegen unerwünschtes Telemarketing findet regen Anklang bei den genervten US-Bürgern.
Am ersten Tag brach die eigens eingerichtete Website zeitweise unter den bis zu 1.000 Anfragen pro Sekunde zusammen. Ebenso groß wie der Ansturm im Internet war der bei einer kostenlosen Telefonnummer.
Trotz der Hindernisse wurden bereits am ersten Tag mehr als 735.000 Telefonnummern registriert.
Personen können sich über die Gratisnummer oder die Website in eine Opt-out-Liste eintragen, an die sich Unternehmen halten müssen. Ansonsten drohen Strafen von bis zu 11.000 USD pro Anruf. Der Belästigte selbst wiederum kann in diesem Fall 500 USD einfordern.
USA gegen TelemarketerTäglich 104 Mio. Marketing-Anrufe
Eine Sprecherin der US-Handelskommission [FTC] sagte, das große Interesse sei erwartet worden. Aber niemand müsse die Sache überstürzen, die Registrierung von Telefonnummern habe gerade erst begonnen und bleibe auch weiter offen.
Erst ab 1. Oktober soll das Telefon-Marketing-Verbot auch durchgesetzt werden. Die FTC schätzt, dass 80 Prozent der bisherige Anrufe blockiert werden können.
Die Behörde erwartet, dass im ersten Jahr rund 60 Millionen Telefonanschlüsse gemeldet werden.
Laut FTC gibt es in den USA täglich bis zu 104 Millionen Marketing-Anrufe. Die Branche hat eine Klage angekündigt. Sie fürchtet den Ruin.
Bush zeigt Verständnis
Auch Präsident George W. Bush äußerste sein Verständnis für die genervten Bürger: "Wenn die Amerikaner beim Essen sitzen oder ein Elternteil seinem Kind vorliest, dann ist das Letzte, was wir brauchen, ein Fremder, der etwas verkaufen will."
