03.07.2003

KRANKENSCHEIN

Geheime Einigung im E-Card-Deal

Nach gegenseitigen Schuldzuweisungen und Klagsdrohungen haben sich der Hauptverband der Sozialversicherungsträger und das US-deutsche Konsortium EDS/ORGA nun über die gegenseitigen Ansprüche aus dem inzwischen gelösten E-Card-Vertrag geeinigt.

Details des Vergleichs wurden aber nicht mitgeteilt.

Man habe Vertraulichkeit vereinbart, ein Bruch hätte Pönalezahlungen zur Folge, so der Sprecher der Geschäftsführung im Hauptverband, Josef Kandlhofer, und der Geschäftsführer von EDS Austria, Christian Kalaschek.

EDS gibt bisherige Ergebnisse frei

Beide Seiten verwiesen darauf, dass mit der jetzigen Einigung ein jahrelanger, kostenintensiver Rechtsstreit vermieden werde.

Als einziges Detail der Vereinbarung nannte Kalaschek, dass die von EDS bisher bereits erzielten Arbeitsergebnisse dem Hauptverband zur Verfügung gestellt werden und in die Umsetzung des Projekts einfließen.

Der Hauptverband hat inzwischen die Software für die Chipkarte neu ausgeschrieben. Wer sich bisher beworben hat, konnte Kandlhofer unter Hinweis auf die gesetzlichen Bestimmungen nicht mitteilen. Das Verfahren sei im Laufen.

90 Millionen Euro Projektkosten

Zu den finanziellen Auswirkungen der Vertragsauflösung wurden zwar auch keine Angaben gemacht, doch bereits Anfang des Jahres sprach man von Mehrkosten [gegenüber dem zur Auftragsvergabe genannten Betrag] von mindestens 24 Mio. Euro.

Die Projektkosten sollen von 66 auf etwa 90 Mio. Euro gestiegen sein.