Geheime Einigung im E-Card-Deal
Nach gegenseitigen Schuldzuweisungen und Klagsdrohungen haben sich der Hauptverband der Sozialversicherungsträger und das US-deutsche Konsortium EDS/ORGA nun über die gegenseitigen Ansprüche aus dem inzwischen gelösten E-Card-Vertrag geeinigt.
Details des Vergleichs wurden aber nicht mitgeteilt.
Man habe Vertraulichkeit vereinbart, ein Bruch hätte Pönalezahlungen zur Folge, so der Sprecher der Geschäftsführung im Hauptverband, Josef Kandlhofer, und der Geschäftsführer von EDS Austria, Christian Kalaschek.
Der Hauptverband hatte im März dieses Jahres den Vertrag mit EDS/ORGA gelöst. Als Grund wurden massive Verzögerungen angegeben. Zuvor hatte der Hauptverband bereits Schadenersatzklagen eingebracht. EDS/ORGA wollte die Kündigung nicht hinnehmen und drohte seinerseits mit Klagen.
Neustart für E-KrankenscheinEDS gibt bisherige Ergebnisse frei
Beide Seiten verwiesen darauf, dass mit der jetzigen Einigung ein jahrelanger, kostenintensiver Rechtsstreit vermieden werde.
Als einziges Detail der Vereinbarung nannte Kalaschek, dass die von EDS bisher bereits erzielten Arbeitsergebnisse dem Hauptverband zur Verfügung gestellt werden und in die Umsetzung des Projekts einfließen.
Der Hauptverband hat inzwischen die Software für die Chipkarte neu ausgeschrieben. Wer sich bisher beworben hat, konnte Kandlhofer unter Hinweis auf die gesetzlichen Bestimmungen nicht mitteilen. Das Verfahren sei im Laufen.
Probebetrieb ab 2004
Der Geschäftsführer betonte aber, dass man am Zeitplan festhalte.
Nächstes Jahr soll der Probebetrieb starten, im Laufe des ersten
Halbjahres 2005 sollen dann alle Österreicher ihre E-Card in Händen
halten.
Wichtige E-Card-Details weiter unklar90 Millionen Euro Projektkosten
Zu den finanziellen Auswirkungen der Vertragsauflösung wurden zwar auch keine Angaben gemacht, doch bereits Anfang des Jahres sprach man von Mehrkosten [gegenüber dem zur Auftragsvergabe genannten Betrag] von mindestens 24 Mio. Euro.
Die Projektkosten sollen von 66 auf etwa 90 Mio. Euro gestiegen sein.
