Testlauf für Quantenkryptographie 2008
Demonstrationsnetz zwischen Wien und St. Pölten
Das erste Demonstrationsnetzwerk für Quantenkryptographie nimmt Gestalt an. Im Rahmen des europäischen Forschungsprojekts "SECOQC" - an dem österreichische Wissenschafter maßgeblich beteiligt sind - wird dazu die bestehende Glasfaser-Infrastruktur der Firma Siemens eingesetzt.
Die Austrian Research Centers (ARC) als Koordinatoren von "SECOQC" kündigten eine Präsentation des Kryptographie-Netzes für September 2008 in Wien an.
Im Prinzip funktioniert die Quantenkryptographie - die prinzipiell abhörsichere Verschlüsselung von Daten -, das haben Wissenschaftler bereits bewiesen. Das Projekt "SECOQC", das von der EU mit 11,4 Millionen Euro unterstützt wird und an dem 41 Partner aus zwölf Ländern beteiligt sind, baut auf Grundlagenforschungen des Experimentalphysikers Anton Zeilinger mit verschränkten Photonen auf.
Tanz verschränkter Photonen
Was die Quantenkryptographie so interessant macht, ist die Tatsache, dass ihre von Experten viel beschworene Abhörsicherheit darauf beruht, dass einmal nach Zeilingers Methode miteinander verschränkte Photonen sich auch in großen Entfernungen voneinander gleich verhalten.
Heute verwendete Verschlüsselungsmethoden setzen auf Algorithmen, die aber nach gewisser Zeit in der Regel doch irgendwann geknackt werden können. Im Gegensatz dazu werden Quantenschlüssel stets neu erzeugt, jeder Lauscher würde das System stören und dadurch entdeckt werden.
Geheimnisse zwischen Wien und St. Pölten
"SECOQC" ist 2004 angetreten, um aus der relativ neuen Technologie fertige, verkaufbare Lösungen zu machen. Die 41 Projektteilnehmer haben sich kürzlich geeinigt, dass es für das Demonstrationsnetz fünf Knotenpunkte zwischen Wien und St. Pölten geben wird, die über herkömmliche Glasfaserkabel miteinander verbunden sind.
Insgesamt gibt es sieben solcher Links, deren Länge zwischen sechs und 85 Kilometer beträgt. In jedem Knotenpunkt befinden sich Module zur Schlüsselerzeugung sowie weitere Module zur Verschlüsselung, Entschlüsselung und Weiterreichung von Schlüsseln.
Das Projekt hat eine Laufzeit von vier Jahren und wird von der EU mit 11,4 Millionen Euro gefördert.
(APA)
