17.07.2003

DER N-FAKTOR

Telekom Austria gibt sich "nachhaltig"

Die Telekom Austria [TA] will ihr soziales Engagement verstärken und dies auch kommunizieren: Gestern wurde vor Journalisten und Bankenvertretern der "1. Nachhaltigkeitsbericht" des größten heimischen Telekomunternehmens vorgestellt.

"Nachhaltigkeit heißt für uns, Ziele außerhalb des ökonomischen Bereiches zu definieren", so Telekom-Chef Heinz Sundt.

Als Beispiel nannte Sundt die Abfertigung für ehemalige Telekom-Mitarbeiter, die "pro Kopf doppelt so hoch war wie bei Privatunternehmen." Insgesamt hätten die Sozialmaßnahmen im Zuge der Restrukturierung der Telekom - Endziel ist eine Reduktion der Mitarbeiter um ein Drittel - rund 350 Mio. Euro gekostet.

Verhaltenskatalog angekündigt

Außerdem sollen die strengen und zuletzt noch einmal verschärften Börseregeln in den Vereinigten Staaten ["US Sabanes Oxleey Act"] - die Telekom Austria ist an den Börsen in Wien und New York notiert - für einen hohen "Corporate Governance Codex" sorgen.

Dazu soll bei der Hauptversammlung im Frühjahr nächsten Jahres zusätzlich noch ein eigener Verhaltenskatalog vorgestellt werden. Außerdem werde künftig einmal im Jahr ein Nachhaltigkeitsbericht präsentiert.

Ganz ohne ökonomischen Hintergedanken ist der Nachhaltigkeitsbericht auch nicht, denn wie Bereichsleiter Eckhard Plinke der Schweizer Bank Sarasin & Cie erklärte, zeigen sich insbesondere institutionelle Anleger wie Pensionskassen "immer mehr an nachhaltig orientieren Unternehmen interessiert".

Nachhaltig abcashen

Eine andere Form der "Nachhaltigkeit" definierte der Chef der Telekom-Tochter mobilkom austria, Boris Nemsic: "Wir sind nachhaltig erfolgreich".

Er spielte damit nicht zuletzt darauf an, dass die mobilkom als "cash cow" der Telekom Austria betrachtet wird.

Nemsic und Sundt betonten unisono das schon bisher umfangreiche Engagement der TA-Gruppe im sozialen und gesellschaftlichen Bereich.