Microsoft sieht Xbox auf Platz Zwei
Seit über eineinhalb Jahren kämpfen die Spielekonsolen GameCube von Nintendo und Xbox von Microsoft um den zweiten Platz hinter der Playstation 2 des Marktführers Sony.
Mit den diese Wochen vorgelegten Verkaufszahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres [per 30. Juni] reklamiert nun Microsoft [MS] den zweiten Platz für sich, so der Vizepräsident der MS Home & Entertainment Division, Peter Moore.
Demnach hat MS seit dem Launch seiner Spielekonsole Xbox im November 2001 weltweit 9,4 Millionen Stück verkauft. Obwohl die Zahl eher am unteren Ende des selbst gesteckten Zielbereichs von neun bis elf Millionen Stück liegt, will MS die Zahl bis zum Ende des nächsten Geschäftsjahres [Juni 2004] auf 14,5 bis 16 Millionen steigern.
Genaue Zahlen für das Quartal nannte der Konzern nicht. Für das Geschäftsjahr 2003 wurden 5,5 Millionen verkaufte Konsolen angegeben.
Microsoft trotzt weiter der KriseNichts geht in Japan
Laut Robbie Bach, "Xbox-Chef", gewinnt die Spielekonsole in den USA und Europa Marktanteile, während in Japan ein Vorwärtskommen nur aus "organisatorischer Perspektive" vorhanden sei. Die Anteile hätten sich weder wirklich hinauf noch hinunter bewegt, so Bach.
6,2 Millionen der MS-Konsole wurden in den USA, 2,2 Millionen in Europa, im Nahen und Mittleren Osten sowie in Afrika und knapp eine Million in Asien verkauft. Bis zum Ende des neuen Geschäftsjahres [Juni 2004] will Microsoft 14,5 bis 16 Mio. Xbox-Konsolen ausliefern.
Nintendo hatte zuletzt Ende März Verkaufszahlen für seinen GameCube vorgelegt, die mit 5,6 verkauften Einheiten ebenfalls unter den Erwartungen von zehn Millionen Stück für das gesamte Jahr geblieben ist. Analysten schätzen die Zahl der gesamten verkauften GameCubes in die Nähe der Xbox-Verkaufszahlen.
500.00 Spielen Xbox Live
Den MS-Online-Gaming-Service Xbox Live nutzen derzeit rund
500.000 User, in Redmond will man bis zum Juni 2004 die Zahl
verdoppeln.
EA boykottiert Xbox OnlineFünf Spiele pro Konsole
Im abgelaufenen Quartal verbuchte die Home & Retail Division, in der auch das Xbox-Geschäft beheimatet ist, eine Umsatzsteigerung von acht Prozent auf nunmehr 483 Mio. USD.
Finanztechnisch wären schlechte Xbox-Verkaufszahlen für Microsoft eher gute Nachrichten, da der Konzern geschätzte 75 USD und mehr Verlust pro verkaufter Konsole machen dürfte. Bei einem Barvermögen von rund 50 Milliarden USD dürfte dies aber im finanzierbaren Bereich liegen.
Pro Konsole hat Microsoft durchschnittlich fünf Spiele verkauft. Laut Bach sei Microsoft nun in jener Phase des Konsolenzyklus, in der es um die Spiele geht. Man wolle sich nun auf den lukrativen Gamessoftwaremarkt konzentrieren.
Gewinn ab 15 Millionen Stück
Laut dem Marktforschungs- und Consultingunternehmen Strategy
Analytics müssen mindestens 15 bis 20 Mio. Konsolen eines
Herstellers im Einsatz sein, damit sich das Geschäft lohnt.
Microsoft erwartet kein Geschäft mit XboxVerluste gehen weiter
Analysten schätzen den Verlust, den Microsoft mit seiner Xbox bis Ende des Jahres macht, auf 1,7 Mrd. USD, in den nächsten zwei Jahren könnte der Verlust auf insgesamt drei Milliarden USD ansteigen.
Der Redmonder Konzern sieht sein Engagement jedoch ohnedies als langfristiges Projekt und rechnet nach eigenen Angaben für die nächstes Zeit nicht mit Gewinnen aus der Xbox.
