BenQ will mit neuem Namen durchstarten

krise
25.04.2007

Taiwans krisengeschüttelter Elektrokonzern BenQ hat seinen sechsten Quartalsverlust in Folge eingefahren. Das Unternehmen will sein Markengeschäft abtrennen und künftig unter Jia Da Corp. firmieren.

Das Unternehmen leidet nach wie vor unter den Verlusten seines Telefongeschäfts, dessen größten Teil es mit der deutschen BenQ Mobile im vergangenen Herbst in die Insolvenz geschickt hatte.

Der Konzern musste im vergangenen Quartal einen Fehlbetrag von umgerechnet rund 39 Mio. Euro wegstecken, wie BenQ am Mittwoch mitteilte. Im Vorjahresquartal stand noch ein Verlust von 110 Mio. Euro zu Buche. Da die Belastungen aus dem Handygeschäft langsam abnähmen, gehe BenQ vom laufenden Quartal an von einer Erholung aus, erklärte das Unternehmen.

Neuer Name, neues Glück?

Um der anhaltenden Finanzkrise zu begegnen, kündigte BenQ an, sein Markengeschäft abzutrennen und einen Kapitalschnitt vorzunehmen. BenQ-Produkte würden ab September in einer separaten Gesellschaft unter dem bisherigen Namen hergestellt und vertrieben.

Das Grundkapital werde um 40 Prozent auf 568 Mio. Euro reduziert. Die Elektrokomponenten, die keinen Markennamen tragen, würden künftig bei der neu benannten Jia Da Corp. angesiedelt.

BenQ hat die Millionenforderungen des Insolvenzverwalters seiner deutschen Tochter BenQ Mobile zurückgewiesen.

Handys für Asien

BenQ fertigt neben eigenen Elektrogeräten unter anderem Computerbauteile für die US-Hardware-Riesen Hewlett-Packard und Dell. Nach der Pleite der deutschen Handytochter, die BenQ von Siemens übernommen hatte, will das Unternehmen weiterhin Mobiltelefone für den asiatischen Markt unter der eigenen Marke herstellen.

Die BenQ-Spitze war kürzlich in Bedrängnis geraten, als die taiwanesischen Behörden Ermittlungen wegen Insiderhandelshandels gegen den Vorstandschef K. Y. Lee und den Konzernpräsidenten Shaeffer Lee einleiteten. Beide wiesen die Vorwürfe zurück.

Finanzvorstand Eric Yu sitzt seit Mitte März wegen der gleichen Anschuldigungen in Untersuchungshaft.

(APA | Reuters)