Infineon enttäuscht die Börse

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27.04.2007

Quartalszahlen wieder im roten Bereich

Der Chipkonzern Infineon sieht sich trotz des weiteren Rückfalls in die Verlustzone auf gutem Weg zu besseren Zeiten. "Natürlich müssen wir noch an der Ergebnisschraube drehen", sagte Infineon-Chef Wolfgang Ziebart am Freitag in München.

Mit der operativen Entwicklung sei er aber zufrieden. Die Ergebnisse im Kerngeschäft seien zuletzt über den Erwartungen ausgefallen. An der Börse stießen die Zahlen aber auf wenig Begeisterung.

Elf Millionen Euro Verlust

Im zweiten Quartal 2006/07 [30. September] erzielte Infineon einen Fehlbetrag von elf Millionen Euro nach einem Gewinn von 120 Millionen Euro im Vorquartal. Ziebart machte dafür neben dem Preisdruck auch Abschreibungen und Kosten für den Konzernumbau verantwortlich.

Er ließ offen, ob es der Konzern schafft, im laufenden Quartal unter dem Strich wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Der Umsatz ging im Quartalsvergleich um acht Prozent auf knapp zwei Milliarden Euro zurück.

Infineon hatte in den vergangenen Jahren in den meisten Quartalen rote Zahlen geschrieben. Zuletzt profitierte der Konzern noch von seiner Speicherchip-Tochter Qimonda, von der sich Infineon trennen will. Zwar litt Qimonda im abgelaufenen Quartal unter sinkenden Preisen, arbeitete aber profitabel.

So erzielte Infineon einschließlich Qimonda ein Ergebnis vor Steuern und Zinsen [EBIT] von 49 Millionen Euro nach einem Plus von 216 Millionen Euro im Vorquartal.

Hoffnung auf das Handygeschäft

Ohne die Speicherchiptochter verzeichnete Infineon dagegen im neuen Kerngeschäft mit Logikchips einen operativen Verlust von 28 Millionen Euro. Fortschritte erwartet Ziebart hier vor allem in der Kommunikationssparte. Diese werde wegen der guten Nachfrage nach Chipplattformen für Handys im laufenden Quartal beim Umsatz deutlich zulegen und Ende 2007 wie geplant die Gewinnschwelle erreichen.

Ziebart ließ offen, wann Infineon weitere Qimonda-Anteile abstoßen will. "Beim jetzigen Kurs unterliegen wir keiner großen Versuchung zu verkaufen", sagte er. Grundsätzlich bleibe es aber bei der Absicht, mittelfristig in eine Minderheitsposition zu gehen. Derzeit hält Infineon an der abgespaltenen Sparte noch 85,9 Prozent.

(dpa)