24.02.2000

SCHNEEBALL

Bildquelle: PhotoDisc

Ein Jahr gratis telefonieren

Kunden der Priority Telecom, der Telefongesellschaft der Telekabel Wien, können ab sofort mit fünf Priority-Kunden [alle müssen laut PT-Marketing neu angeworben sein] ein Jahr lang österreichweit gratis telefonieren.

Bisher telefonieren 50.000 Privatkunden über den alternativen Telefonbetreiber, der als einziger die sogenannte "letzte Meile" zum Kunden hat, womit ein Telekom Austria-Anschluss nicht mehr notwendig ist.

Der Netzausbau in Wien, wo Priority Telecom 6 Prozent Marktanteil habe, sei in der Endphase, 80 Prozent aller Wiener Haushalte seien bereits an das Netz angeschlossen, erläuterte Levin.

Bis Ende des Jahres soll der Ausbau in Wien abgeschlossen sein. In Graz hängen derzeit 45.000 Haushalte am Telekabel-Netz, in Klagenfurt 15.000. Ein Telekabel-Anschluss ist die technische Voraussetzung für die Nutzung von Priority Telecom.

Heuer will Priority Telecom laut Levin in den weiteren Netzausbau "einen dreistelligen Millionenbetrag" investieren, im Vorjahr beliefen sich die Investitionen von Priority und dem ebenfalls zu Telekabel gehörenden Internet-Dienst Chello auf 2 Mrd. ATS. Umsatzzahlen und Anzahl der Geschäftskunden wollte Levin nicht nennen.

Voraussichtlich ab April will Priority Telecom die Rufnummernportabilität einführen, womit bei einem Wechsel zu Priority die Telekom Austria-Nummer mitgenommen werden kann, berichtete Levin. Die noch ausständige Telekom Control-Entscheidung in dieser Sache werde in den nächsten drei Wochen erwartet.

Den Sonntag, 5. März, hat Priority zum Gratis-Telefonie-Tag erklärt, an dem alle Priority Kunden von Priority zu Priority gratis telefonieren können. Amerikanische Verhältnisse mit allgemeiner Gratistelefonie bei Ortsgesprächen seien auf Österreich aber nicht übertragbar, glaubt Levin: "Erstens verlieren die Telefonbetreiber eine Menge Geld und zweitens würde es im Telekom Austria-Netz aufgrund von Überlastung massive Probleme geben".

Die derzeit von allen alternativen Netzbetreibern beklagten anhaltenden Störungen und Ausfälle im Netz der Telekom Austria (TA) "kosten Kunden, Ärger und Geld", kritisierte Levin. Die TA schade sich dabei selber, wenn keine Gespräche von der TA zur Priority möglich seien.