Apples Macintosh wird 20
Apples Macintosh feiert am Samstag seinen 20. Geburtstag. Damit ist allerdings weit mehr verbunden als die Hauptproduktlinie des Computer-Herstellers.
Mit dem ersten Macintosh bekamen die "Personal-Computer" auch in Grundzügen ihr bis heute bekanntes Gesicht: die grafische Oberfläche mit Fenstern, Ordner-Symbolen, dem Papierkorb, Drop-down-Menüs und der Maussteuerung.
Diese heute allen vertrauten Grundelemente wurden jedenfalls am 24. Jänner 1984 zum ersten Mal in ein Serienprodukt integriert - um Jahre später auch via Microsofts Windows endgültig zum Standard zu werden.
Das Branchenblatt SiliconValley.com hat zum 20. Geburtstag seine Ankündigung des ersten Macintosh wieder veröffentlicht:
SiliconValley.com zum ersten MacPARC und Raskin
Die grundsätzlichen Ideen für die grafische Benutzer-Oberfläche [GUI] des ersten Macintosh sind allerdings nicht von Apple erfunden worden, sondern von Xerox:
Der Kopiermaschinenhersteller eröffnete Anfang der 70er Jahre in Palo Alto ein Forschungszentrum namens "PARC". Dort wurden bahnbrechende Ideen wie Maus [noch einmal], Tablet- und Notebook-Computer, Laserdrucker und Ethernet konzipiert. Die Realisierung erfolgte allerdings meistens durch andere Firmen.
Und bei Apple war auch nicht Steve Jobs der eigentliche Vater des Macintosh-Projekts, sondern Jef Raskin, der ab 1978 mit der Arbeit begann, sich später aber mit Jobs überwarf, sodass dieser den Mac "erbte".
PARC: Wie Computer "persönlich" wurdenHirngewaschene PC-Nutzer
Der erste Macintosh, der vor 20 Jahren vorgestellt wurde, war mit einen 68.000er-Prozessor mit acht MHz, 128 KB RAM und einem 400-KB-Diskettenlaufwerk ausgestattet, hatte jedoch keine Festplatte.
Der Rechner kostete 2.495 USD und wurde der dringend benötigte Verkaufserfolg für Apple, das 1984 nicht zuletzt durch den ersten PC-Boom mit einer Krise zu kämpfen hatte.
Entscheidend für das Marketing des ersten Macintosh war der von Ridley Scott gedrehte Werbespot, der die PC-User als graue Masse aus Orwells Roman "1984" darstellt, die durch eine Macintosh-Nutzerin mit einem Vorschlaghammer gerettet werden.
Der Spot war auch firmenintern so umstritten, dass er nur ein Mal im TV ausgestrahlt wurde [zur Superbowl 1984] - und das auch nur, weil die Apple-Gründer Steven Wozniak und Steven Jobs die Kosten selbst trugen.
Im August 1981 brachte IBM nach einjähriger Entwicklungszeit den ersten "PC" auf den Markt.
Der PC wird 20Der typische Mac-User
Seine bis heute das Klischee des Apple-Nutzers prägenden Konturen bekam der Mac durch den Drucker "LaserWriter" und die Software "PageMaker", wodurch erstmals das Desktop-Publishing erschwinglich und Apple in der Folge der Standard für Grafiker und Zeitungsproduzenten wurde.
Später konnte Apple noch den Musikbereich von Atari dazugewinnen, wodurch das Bild vom typischen, "kreativen" Mac-Nutzer endgültig etabliert wurde.
Der "Glaubenskrieg" um die richtige Rechnermarke geht auf der Anwenderseite durchaus auch mit einer Portion Verblendung einher:
Ein fanatischer Mac-Fan auf FM4Mac-Entwicklung
Dem ersten "Macintosh 128k" folgten bald der "Macintosh 256k" und der "Macintosh Plus", der erstmals über eine SCSI-Schnittstelle verfügte und damit von einer Festplatte booten konnte.
1987 kamen dann der "Mac SE", der - optional - erstmals eine interne Festplatte mitbrachte, und der "Macintosh II", die den Umstieg auf 32-Bit-Prozessoren bedeuteten.
Der legendäre "1984"-SpotMigrationen
1994 wurde dann der erste "Power-Mac" vorgestellt, der auch die Umstellung auf RISC bedeutete, wobei Apple eine fast reibungslose Migration der alten CISC-Software auf die neuen Rechner glückte.
Dieses Kunststück dürfte das Unternehmen auch dazu ermutigt haben, die derzeitige Umstellung sowohl des Betriebssystems von OS 9 auf X als auch der Prozessoren auf 64 Bit zu wagen.
