31.01.2004

AT-KAPITAL

Bulgarien verkauft BTK

Bulgarien wird seine staatliche Telekommunikations-Gesellschaft BTK nun offensichtlich doch an die Viva Ventures mit Sitz in Österreich verkaufen, hinter der eine US-Investmentgesellschaft steht.

Nach Angaben der staatlichen Privatisierungsagentur sollen die entsprechenden Verträge bis zum 20. Februar unterschrieben werden, berichtete die bulgarische Nachrichtenagentur BTA am Freitag. Der Kaufpreis für den Staatsansteil von 65 Prozent liegt bei 230 Mio. Euro.

Das Abkommen sieht außerdem Investitionen in BTK durch den Käufer in Höhe von 700 Mio. Euro [400 Mio. Euro in den nächsten fünf Jahren und weitere 300 Mio. Euro zu einem späteren Zeitpunkt] sowie eine Kapitalerhöhung um 50 Mio. Euro vor. Vereinbart wurde weiters ein schrittweiser Personalabbau von derzeit rund 24.000 auf 20.530 Beschäftigte bis zum Jahr 2006.

Große Privatisierung

Die Privatisierung der bulgarischen Telekom gehört zu den größten wirtschaftlichen Vorhaben der Regierung in Sofia. Die bulgarische Privatisierungsagentur hatte zunächst 65 Prozent an BTK an Viva Ventures verkauft. Der Vertrag, der einen Kaufpreis von 210 Mio. Euro und Investitionen in Höhe von 700 Mio. Euro vorsah, wurde jedoch vom Aufsichtsrat der Agentur abgelehnt.

Viva Ventures klagte gegen diese Entscheidung, aber noch bevor ein Urteil vorlag, brachte die Regierung die Verhandlungen mit einem türkischen Konsortium aus Koc Holding und Türk Telekom zum Abschluss. Der neue Vertrag sah einen Kaufpreis von 215 Mio. Euro vor. Außerdem wollte das türkische Konsortium 615 Mio. Euro in die BTK investieren sowie ihr Kapital um 50 Mio. Euro aufstocken.

Im Sommer 2003 entschied das Oberste Verwaltungsgericht in Sofia den Streit in letzter Instanz zu Gunsten von Viva Ventures, eine Tochter der amerikanischen US-Investmentgesellschaft Advent International.