Zwistigkeiten bei deutschem Toll Collect
Die beiden wichtigsten Gesellschafter des deutschen Mautbetreibers Toll Collect, die Deutsche Telekom [DT] und Daimler Chrysler, sind nach Informationen der Wochenzeitung " Die Zeit" tief zerstritten.
Ursache seien Aufträge in dreistelliger Millionenhöhe, welche die DT über Tochterunternehmen von dem Konsortium erhalten habe.
Allein für den Betrieb des Rechenzentrums in München fließen demnach 800 Millionen Euro über die Tochter T-Systems an die DT.
Einen Mitarbeiter von Toll Collect zitierte die "Zeit" mit den Worten, dass die Spezialisten von DT und Toll Collect nicht mehr offen miteinander redeten, "weil jede Information in Rechtsstreitigkeiten benutzt werden könnte".
Angebliche technische Fortschritte des deutschen Mautkonsortiums Toll Collect und mögliche Zugeständnisse des Mautbetreibers haben am Wochenende für Verwirrung gesorgt.
Toll Collect mit SatellitenkontaktToll Collect dementiert
Der Sprecher der DaimlerChrysler Services, Rainer Knubben, bezeichnete am Mittwoch den Bericht auch im Namen der DT als " völligen Unsinn". Das Konsortium arbeite "eng und vertrauensvoll" zusammen.
Knubben: "Wir wollen gemeinsam das Projekt zum Erfolg bringen." Er fügte hinzu: "Niemand und nichts kann das Konsortium auseinander dividieren."
"Die Zeit" führte zudem ein Papier aus dem Lenkungsausschuss von Toll Collect an, wonach es noch mehr als 500 ungelöste Probleme beim Mautsystem gebe.
Demnach haben nicht nur die Bordcomputer, sondern auch die Abrechnungsterminals Fehler. Auf jeden Fall werde ein Austausch aller 120.000 schon eingebauten Bordcomputer notwendig.
